Details noch eine abschließende Zusammenfassung und Entwicklungs-überschau an der Hand von Zeichnungen oder zumindest ein kleinesSachregister beigegeben hätte. Diese hätte sich vielleicht ebenso gelohntwie die höchst aufschlußreiche„ Zusammenfassung“ im abschließendenVI. Kapitel, in der es Eitzen um die Ermittlung des ursprünglichenBauernhofes der Eifel als eines Gehöfttyps geht, der durch ein zwei-gliedriges Wohnspeicherhaus neben Scheune und Stall gekennzeichnetist und der sich vom Gehöft mit Wohnstallhaus rechtsrheinischer Land-schaften ebenso unterscheidet wie von den echten Einheitshäusern desSchwarzwaldes, Lothringens und der Ardennen z. B. oder von den jün-geren Wohnspeicherstallhäusern der Eifel selbst. Läßt man also die jun-gen Haus- und Gehöfteformen außer acht, dann zeigt es sich,„ daß derKreis Euskirchen zum Verbreitungsgebiet des sogenannten Wohnspeicher-gehöftes gehört, das sich an Ober- und Mittelrhein entlangzieht und sichnach Westen über die Landesgrenzen“ Deutschlands hinaus bis weit nachFlandern und Nordfrankreich erstreckt( S. 97). Für das sogenannte mittel-deutsche oder„ fränkische" Gehöft läßt Eitzen hiermit erstmalig grund-legende und offenbar tief verwurzelte Unterschiede in der Anlage undFunktion der drei wichtigsten Hofgebäude hervortreten, die diesen alteneinheitlichen Begriff der Hausforschung mehr noch als bisher problema-tisch machen. So bietet die Arbeit Eitzens manches auch an allgemeinhauskundlichen Erkenntnissen. Seine Bemerkungen zur hauskundlichenTerminologie( S. 14 f. und 95 ff.), die nach einer Abklärung der Begriffestreben, die gründliche und absolut verläßliche Darstellung der Bautennach Anlage und Gefüge, seine Einblicke in die räumlichen und zeitlichenZusammenhänge, bei denen er darnach trachtet, die Erscheinungen„ un-beschwert von vorgefaßten Meinungen“ zu klären, verdienen unsere Be-achtung. Das Buch bringt reichen Gewinn und seine Lektüre ist auchmethodisch anregend, abgesehen von mancherlei neuen Ausblicken aufwesentliche Grundformen des Bauernhauses im westlichen Mitteleuropa.an denen sich der Verfasser als ein unmittelbarer und gründlicherKenner der Verhältnisse erweist.Oskar Moser
Demos. Volkskundliche Informationen. Herausgegeben vom Institut fürdeutsche Volkskunde an der Deutschen Akademie der Wissenschaftenzu Berlin. Berlin 1960, Akademie- Verlag.
Vor etwa zehn Jahren stand es um die deutschsprachige Volks-kunde nicht sehr gut. Sie hatte vielfach den Kontakt mit den Nachbarnverloren, und besonders in den Oststaaten erschienen die sich allmählichrasch vermehrenden Fachzeitschriften nicht nur in den Landessprachen,sondern brachten, wenn sie überhaupt fremdsprachige Referate veröffent-lichten, solche in weiteren Ostsprachen, so daß beispielsweise Bände inungarischer Sprache mit russischen Referaten erschienen, die für diemeisten mitteleuropäischen Fachleute einfach unverständlich sein mußten.Damals überlegten wir in Wien, ob unter diesen Umständen nicht eindeutschsprachiges Organ geschaffen werden sollte, eine„ Ost- Folklore",die deutsche Referate über derartige Erscheinungen zu bringen gehabthätte. Leider fanden sich keine geeigneten materiellen und organisato-rischen Grundlagen, um den Plan verwirklichen zu können.
Er ist aber deswegen nicht aufgegeben worden, er ist nur von Wiennach Berlin gewandert, wo sich Wolfgang Steinitz seiner angenommenhat. Das vorliegende erste Heft des 1. Jahrganges dieser neuen Zeit-schrift ,, Demos" zeigt, wie man in Ostberlin eine derartige Publikation
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