führlicher besprochen. Die Sage kommt etwas kurz weg, auch das Volks-lied wird nur knapp nach Äußerungen des einstmals größten Volkslied-sammlers in Franken, des Freiherrn von Ditfurth, charakterisiert.
Conrad Scherzer behandelt die Einzelprobleme seines Abschnitteswesentlich konkreter. Er umreißt zunächst die Siedlungs-, Haus- undGehöftformen, beschreibt dann„ die heute noch landschaftsbeherrschendenHaus- und Hofformen des 17. bis 19. Jahrhunderts" in neun Unterab-teilungen, die sich gut einprägen, jeweils auch mit kleinen instruktivenStrichzeichnungen im Text. Dann werden noch die„ Bauten der Gemein-schaft vorgeführt:„ Das Rathaus als Rechtsmal" etwa( von WilhelmFunk), die„ Flurdenkmäler"( erweitert nach Eduard Rühl von Wil-helm Funk) und Scherzer selbst hat die Abschnitte über die Dorflinde,das Gasthaus, die Dorfkirche, und den Friedhof beigesteuert. Sehr nütz-lich S. 153 Verzeichnis der fränkischen Heimat-, Stadt- und Großmuseen".Daraus wäre gelegentlich ein Gegenstück zu dem hübschen Büchlein überdie Museen in Württemberg zu schaffen, das wir vor kurzem hier ange-zeigt haben( Bd. XIV/ 63, S. 145). Auf die guten Abbildungen und Falt-karten zu diesen Abschnitten soll besonders hingewiesen werden. Siesind alle schlicht gehalten, für eine allgemeine Lesbarkeit geschaffen,durchaus begrüßenswert.
Man sieht, die Volkskunde kommt in diesem Band nicht zu kurz.Es fehlen freilich noch beträchtliche Sachgebiete, und manche sind ent-schieden zu kurz abgehandelt. Aber dafür wäre eben eine ausführliche,reine„ Fränkische Volkskunde“ zuständig, auf die wir auch nach diesemnützlichen Sammelwerk immer noch warten. Leopold Schmidt
Volk, Sprache, Dichtung. Festgabe für Kurt Wagner. Herausgegeben vonKarl Bischoff und Lutz Röhrich(= Beiträge zur deutschen Phi-lologie, Bd. 28). Gießen 1960. Wilhelm Schmitz Verlag. 338 Seiten, meh-rere Abb. im Text, 1 Porträt. DM 19,50.
Der Altgermanist Kurt Wagner ist im Bereich der Volkskunde vorallem als Herausgeber der verdienstvollen Schriftenreihe„ Volk, Grund-riß der deutschen Volkskunde in Einzeldarstellungen"( ab 1935) bekannt.Zu seinem 70. Geburtstag haben ihm Freunde, Kollegen und Schülereinen stattlichen Festband gewidmet, von dem hier nur die für uns wich-tigen Beiträge kurz angeführt werden können.
Heinz Rupp behandelt„ Heldendichtung" als Gattung der deut-schen Literatur des 13. Jahrhunderts; Friedrich- Wilhelm Wentzlaff-Eggebert Devotio“ in der Kreuzzugspredigt des Mittelalters; WilliFlemming schreibt( S. 61 ff.) über„ Oberammergau und das Mittel-alter", um journalistischen Meinungen entgegenzutreten, daß die Ober-ammergauer Bühne oder ihr Passionsspieltext etwas mit dem Mittelalterzu tun hätten. Leider sind Flemmings Ausführungen ihrerseits auch nichtfrei von Schwächen. Schon beim dritten Satz.. als 1830 König Lud-wig I. den greisen Goethe in das Alpendorf führte.. überläuft eseinen kalt: Das hat doch nicht einmal der von Flemming so heftig kriti-sierte Eduard Devrient( Geschichte der deutschen Schauspielkunst, Neu-ausgabe, Bd. I, Berlin 1905, S. 224 ff.) behauptet.
Von den mundartkundlichen Beiträgen seien die von Hugo Moser( Krise der Mundartforschung), Julius Krämer( Die Mundarten derschwäbisch- alemannischen Siedlungen in Galizien), Rudolf Schütz-eichel( Mundart, Urkundensprache und Schriftsprache) hier nur kurz
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