ständige Banater Volkskunde gegeben, sondern nur fünf Bräucheim Zusammenhang mit Taufe, Hochzeit, Tod, Kirchweihe undFaschings- Unterhaltungen angeführt werden ²).
Taufe. Schon vor der Geburt war das Kind Gegenstand zarterFürsorge der Eltern: Frauen gesegneten Leibes achteten darauf,daß sie sich nicht in häßlichen Personen oder erschreckendenGegenständen„ verschauen“. Hat nun der Storch nach dem Kinder-glauben aus dem Milchbrunnen ein Kind gebracht, so besprengtenbis zur Taufe alle Besucher das Neugeborene und die Mutter mitWeihwasser, um sie vor der Gewalt des„ Bösen“ zu schützen.So lange das Kind nicht getauft war, sagte man, es hieße„ Koch-löffelstiel". Die Kinder wurden meist schon am nächsten Tag nachder Geburt getauft. Zur Patenschaft wurde von beiden Seiten derVerwandschaft für jedes Kind ein besonderes Mitglied gewählt,oder ein Ehepaar trägt alle Kinder zur Taufe. Das erste Kind er-hielt nach den Paten oder den Eltern, das zweite nach den Groß-eltern, die übrigen nach den sonstigen Verwandten ihre Namen ³).Im allgemeinen wechselte man nicht gerne die Paten. In früherenZeiten gaben diese ihre Namen den Neugetauften und so kam esvor, daß zwei bis drei Kinder denselben Taufnamen erhielten.Dann hieß der eine Johann, der andere Hanss, der dritte Hannsi.Das eine Mädchen hieß Bärbl, das andere Wawi: Beide waren aufBarbara getauft 4). Nach der Taufe, auf dem Wege aus der Kirchezum folgenden„ Imsz"( Imbiẞ) oder„ Kindschänk“ begleitet häufigMusik den Täufling, Burschen schossen aus Pistolen, und die beider Kirche lauernden Kinder riefen den Paten zu:„ Süß Got, sauerPat", damit sie diesen Zucker streuen. Auch dieser bescheidene undlustige Brauch hat einen tiefen religiösen Sinn: Die Christenheitfreut sich, daß sie nun einen neuen Bürger im Täufling erhielt.Nach der Taufe wurde die„ Kindschenk“ gefeiert, die darinbestand, daß die Angehörigen des Neugeborenen mit Pate, Godlund der Hebamme, nach der Taufe, eine festliche Mahlzeit ein-nahmen und auf das Wohl des Täuflings tranken. Bis zur Ge-nesung der Mutter brachte die Gevatterin ihr Essen oder gab ihrdafür eine Ablösung in Geld, das dem Kinde in den Taufpolstergelegt wurde. Ungefähr sechs Wochen nach der Geburt, war der
2) Schrifttum und Abkürzungen: Hans Hagel, BanaterVolkskunde. In: Handwörterbuch des Grenz- und Auslandsdeutschtums.Bd. I, 242-247.( H). Történelmi Adattár Csanádegyházmegye hajda-nához és jelenéhez( Historische Datensammlung zur Vergangenheit undGegenwart der Diözese Tschanad.( HDS). Ortsmonographien, besondersPeter Pink, Die Heidengemeinde Glossar ::: zum Glossareintrag Heidengemeinde Ostern. Timisoara, 1934.( P).
3) H 245-246.
4) HDS IV, 93.
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