Jahrgang 
64 (1961) / N.S. 15
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K. Mautner 5) teilt vom Wetterfleck des Ausseerlandes mit,daß er an beiden Seiten zuzuknöpfen sei. A. Gerasch zeichneteunter dem Titel Gewitter einen Hirten aus Dux in Tyrol 6)mit deutlich zugeknöpftem Kotzen, dessen Vorderteil wie einWams wirkt und nur bis zum Gürtel reicht. Dagegen malt Wald-müller) in einem entzückenden Genre Rast im Walde", 1843,eine Ischler Almerin mit losem, nicht knöpfbarem Wetterfleck,übrigens ein schöner Beleg, daß dieses Kleidungsstück auch vonFrauen getragen wurde.

Trachtenkundlich gehört über seine Funktion als Wetter-mantel hinaus der Stoderer Holzknechtmantel zu den Vor-läufern des Hemdes oder der Pfaid, ja selbst noch zu den Vor-läufern der Tunika, deren Altformen sämtliche den angeschnit-tenen, oder in zweiter Stufe den an einen geraden Rumpf recht-winkelig angenähten Ärmel besitzen.

In der sehenswerten Sammlung des Hans Mairhofer 8) in Zellam Moos über dem Irrsee( Mondseeland, Oberösterreich) befindensich auch mehrere sogenannte Pu'lhaum", die früher im Ost-alpenbereich weitum, jedenfalls gut belegt im Salzkammergut unddem übrigen Oberösterreich, im Gebrauch standen. Vielleicht sinddie weite Verbreitung 9) und der allgemeine Gebrauch dafür ver-antwortlich zu machen, daß die Trachtenkunde an diesen, zweifel-los zu den Urtrachten" zählenden Männerhauben vorüberging.Die vier Stück der Sammlung Mairhofer sind unterschiedlichund stellen formal eine Entwicklungsreihe dar. Die einfacherenund formal älteren sind kegelförmige, randlose Mützen aus einemsamt- bzw. plüschartigen robusten Material. Die eine der beidenschnittgleichen Hauben ist braun, die andere schwarz. BeideHauben sind gefüttert. Die Haube Nr. 3, d. h. die nächste im Ent-wicklungsgang hat eine emporgeschlagene Krempe. Krempe❝und Haube sind aus demselben schwarzen Material wie die vorigen5) Konrad Mautner, Die Ausseer Tracht,( Zeitschrift für österr.Volkskunde Bd. 16, Jg. 1910, S. 153).

6) Das Gewitter, Dux in Tyrol in der Reihe Staffagen aus demHochgebirge", gez. u. lith. von F. Gerasch, Wien, bei L. T. Neumann.7) Bruno Grimschitz, F. G. Waldmüller, Salzburg 1957, Oeuvre-verzeichnis Nr. 634.

8) Vgl. F. Lipp, Die Heimatsammlung Mairhofer in Zell am Moos,( O.-O. Kulturbericht 1. 11. 1957, Folge 18) und Österr. Zeitschrift fürVolkskunde, Wien 1957, Bd. 60, Heft 4.

9) Die in Frage stehende Kopfbedeckung findet sich als Bestandteilder Tracht von den Färöern bis an die Wolga, wobei der Raum der un-teren Donau, mit Rumänien als Mitte, ein besonders dichter Verbreitungs-boden ist. In Österreich ist als Zentrum lebendiger Überlieferung dieserMännerhaube das Burgenland zu erwähnen.

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