Jahrgang 
64 (1961) / N.S. 15
Einzelbild herunterladen
 
  

der Hersteller( wohl erst in den letzten Jahrzehnten ein Schneider,früher hausgewerblich) genötigt, die unten offenen Ärmel" an-zunähen.

Es entsteht eine Art Dalmatika. Die Knöpfe befinden sich,um ein leichteres Hantieren und einen regensicheren Übertritt zugewährleisten, 6 cm( am Rumpf) bzw. 4 cm( am Ärmel) vom Randder vorderen Kanten entfernt. Es genügen an jeder Vorderkante3 Knöpfe zum Schließen. Die Knopflöcher sind auf Laschen ange-bracht.

Das Material ist in jedem Fall Loden, die älteren Stücke sindgraubraun und waren aus dem hausgewalkten Stoderer Loden,später wohl aus dem Windischgarstner Loden" 1) angefertigt. Dieneueren Stücke sind häufig grau, entsprechend dem Angebot desörtlichen Kaufmannes 2). Manchmal ist der Stehkragen aus grünemTuch, die Regel dürfte jedoch Einfärbigkeit sein. Trachtliche Wei-terbildungen wie im Salzkammergut( grüne Schlitzkanten, roterÜbertritt des Brustschlitzes, paarige Knopfanordnung beim Brust-schlitz, Radmantel"-Form) wurden nicht beobachtet. Der Holz-knechtmantel" des Stoderertales hat seine berufsgebundene Funk-tion bis heute erfüllt und dient hier nur als Regenkleidung. ImSalzkammergut gilt der Wetterfleck" als Bestandteil der Trachtund ist als solcher durchaus gesellschaftsfähig". Die Bezeichnung Wetterfleck" ist im Stodertal bei der bodenständigen Bevöl-kerung unbekannt. Als der Verfasser bei dem alten SchneiderHerndl, der zugleich ein Bauernanwesen bewirtschaftet, einen, Wetterfleck" in Auftrag gab, wurde er überhaupt nicht verstan-den. Erst der Hinweis auf die Holzarbeit löste das Mißverständnis.Ein anderer Name als Holzknechtmantel konnte bisher nichtaufgefunden werden. Sicherlich liegt oder lag aber eine boden-ständige Bezeichnung vor ³).

V. Geramb deutet an 4), daß auch der steirische Wetterfleckbisweilen mit Knöpfen oder verknöpfbaren Tuchspangen zuschließen ist.

1) R Kuschè, Der letzte Lodenstampf in Oberösterreich,( Heimat-land, Jg. 1957, S. 42-49).

2) Bis vor kurzem war die Nachfrage nach derartigen, bereits fertighergestellten Holzknechtmänteln beim Kaufmann O. Hofbauer, in Win-dischgarsten, dessen Vater noch selbst eine Lodenerzeugung betrieb,ziemlich groß.

3) Der Ausdruck Kotzen, den Geramb für Ober- und Niederöster-reich belegt wissen will, konnte ebenfalls nicht ermittelt werden.Vgl. Geramb, Steirisches Trachtenbuch, S. 88.

4) Steirisches Trachtenbuch, Bd. I, S. 90.

4