Jahrgang 
63 (1960) / N.S. 14
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Museen und Sammlungen in Würtemberg und Hohenzollern. Heraus-gegeben vom Württembergischen Museumsverband.(= Reihe: KleineKunstführer in Baden- Würtemberg 2), 98 Seiten, 112 Abb., Stuttgart1960, Verlag Silberburg, DM 5.80.

Während der letzten anderthalb Jahrzehnte war es nicht leicht,sich auf dem Gebiet des deutschen Museumswesens zurechtzufinden.Wer die volkskundlichen Sammlungen suchte, wurde oft durch unzu-reichende Angaben getäuscht. Wir haben in unseren Reiseberichtenund Besprechungen mehrfach darauf hingewiesen. Allmählich scheintsich der Zustand zu ändern, es erscheinen nunmehr wenigstens allge-meine Museumsübersichten, welche den Überblick erleichtern. Freilichgelten sie zunächst meist nur den kunsthistorischen Sammlungen. Soist der 1959 erschienene 1. Band von einem neuen Jahrbuch derdeutschen Museen und kunsthistorischen Institute"( Hamburg, Ilaus-wedell) volkskundlich eine arge Enttäuschung: Unsere Sammlungenexistieren zunächst für dieses Jahrbuch gar nicht. Der hier nun vor-liegende hübsche Band bietet erfreulicherweise alle derzeit tatsächlichbegehbaren Museen in Württemberg. Freilich sind fast keine volks-kundlichen darunter, man muß sich also unser Material in den ver-schiedenen Heimatmuseen zusammensuchen, die auch gewissenhaft an-geführt sind. Die volkskundliche Abteilung des WürttembergischenLandesmuseums( S. 74) ist jedenfalls nicht zugänglich. Die Kurz-beschreibungen der einzelnen Museen sind recht zweckmäßig angelegt.Bezüglich der gedrängten Darstellung der Bestände" bot freilich derBand Die Museen in Bayern" von Oswald A. Erich( Die deutschenMuseen, Bd. 1) Berlin 1939, einstmals weit mehr. Ein nicht unbeträcht-licher Gewinn gegenüber dem Minerva- Handbuch von damals ist aberdoch zu verzeichnen, nämlich die Beigabe von zahlreichen gutenPhotos. Da finden sich nun auch Stücke für uns: Die Palmesel vonHohenzollern( 25) und Stuttgart( 30) etwa, die Stube von Schwennin-gen( 67), die Ofenwandplatten von Mühlacker( 62), die bemalten Möbelvon Münsingen( 76), von Langenau( 80) und Waldsee( 91), Trachten-stücke wie die Radhaube von Leutkirch( 79), Kleinplastiken wie diebemalte Tonfigur aus dem Salzsiedertanz von Schwäbisch- Hall( 97)u. a. m. Im ganzen also ein erfreulicher Wiederanfang.

Leopold Schmidt

Georg Reichardt, Harzer Volkskunst. Drei Schnitzer und ihrWerk. Mit Bildern von Rolf Langematz. 34 Seiten, 26 Tafeln. Weimar1959, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, DM 6.50.

Der Obertitel entspricht nicht dem Inhalt des Büchleins, das vomInstitut für Volkskunstforschung in Leipzig herausgegeben wurde. Eshandelt sich um kurze Darstellungen des Lebens und der nicht sehrbedeutenden Leistungen von drei Laienkünstlern, dilettantischenSchnitzern, die mit der alten Überlieferung in nur losen Zusammen-hängen stehen. Beim ersten, dem ehemaligen Bergmann ErnstPrager, ist ein gegenständlicher Zusammenhang mit der alten Berg-manns- Volkskunst noch zu erkennen, in bergmännischen Figurendar-stellungen und Krippen. Der zweite, Willi Hupe, ein Gärtner, ist vorallem als Gestalter von Wurzelholz interessant. Er hat das charak-teristische Hineinsehen" solcher Freikünstler. Der dritte, der Heimat-forscher Gustav Adolf Spengler in Sangershausen, gehört amehesten dem Typus Bastler an, auch als Modellbauer. Die Lichtbildersind instruktiv.Leopold Schmidt

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