einem Heiligen kein Krankheitspatronat hinzugefügt ist, so wirddadurch ausgedrückt, daß man ihn gegen alle Übel anruft.
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Der häufigste Votivtyp, die Kerzen, zeigt eine ziemlichmonotone Uniformität. Ausnahmen sind jedoch die oft reichgefärbten und geschmückten Riesenkerzen, geopfert von Abord-nungen unserer Parochien, Schulen und Bünde. Hierbei tritt dasNachbarschaftsgefühl stark in den Vordergrund: ehrliche Seelengehen von Tür zu Tür, um Geld zu sammeln für die zu opferndeKerze, die manchmal von einer begleitenden Person mit herum-getragen wird; nur wenige Glieder der Nachbarschaft, sogarunter den nicht Praktizierenden, werden sich weigern ihreSpende dazu zu geben. Solche Kerzen, an denen eine kleine Kartemit dem Namen der Parochie, der Schule oder des Bundes be-festigt ist, sind besonders verbunden mit Liebfrauenwallfahrten,wie z. B. in Dadizele und Izenberge; man findet sie aber auchin Gistel, wohin man aus den verschiedensten Gegenden desflämischen Teiles Belgiens pilgert, um der hl. Godelieve zu„ dienen ³), besonders gegen Hals-, Kopf- und Augenschmerzen.Wurde doch diese große flämische Heilige erwürgt und durchihre Vermittlung ein blindes Mädchen geheilt.
Im Anschluß an diesen Brauch sei hier eine jahrhundertealteDankprozession erwähnt zur Erinnerung an die Schlacht beimPevelenberg( in Nordfrankreich)( 1304), in der die Flamen, unterihnen viele Einwohner aus Brügge, die französischen TruppenPhilipps des Schönen überwanden. Die Frauen der BrüggerKämpfer gelobten U. L. F. der Potterie in Brügge, eine riesigeWachskerze zu opfern, falls ihre Männer den Sieg davontrügenund wohlbehalten zurückkämen. Alljährlich noch wird zu MariaHimmelfahrt eine Riesenkerze in einer Prozession zur Potteric-kirche getragen 4).
Riesenkerzen, von individuellen Wallfahrern geopfert, sindaber nicht ausgeschlossen. Im Juli 1957 bemerkten wir solchesSpezimen in der Kirche von U. L. F. der Dünen in Bredene.
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Die wächsernen und silbernen Votive, die Mensch 5)und Tier darstellen, nehmen in Westflandern den wichtigsten
3) Dienen" ist das westflämische Wort für„ wallfahrten".
4) Ein vorzüglicher Führer für Kirche, Museum und Wallfahrt derPotterie ist das Buch von A. Maertens, Onze Lieve Vrouw van dePotterie, Brugge 1937.
5) Uber die Menschenfigur als Votiv schrieb M. Da e m, De menselijkefiguur als ex- voto( Oostvlaamse Zanten, XXX, 1955, S. 165 ff.).
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