Jahrgang 
62 (1959) / N.S. 13
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Votivtypen aus Westflandern

( Mit 9 Abbildungen)

Von Walter Giraldo

Westflandern ist die Meeresprovinz Belgiens. Sie grenztnördlich an die Nordsee und die Niederlande, östlich an ihreNachbarprovinz Ostflandern, südlich an Frankreich und denHennegau, westlich an Frankreich und die Nordsee. Nur in einemschmalen Streifen im Süden spricht man überwiegend französisch.überall sonst wird flämisch gesprochen. Bedeutende Städte sindBrügge, die Hauptstadt, Oostende, Kortrijk ¹).

Die Votivkunde ist in Belgien bisher nur wenig getriebenworden 2). Und doch bieten unsere so zahlreichen Wallfahrtsorteeinen reichen Votivschatz, der inständigst um Entdecker ruft.Anderen Gebieten( Bayern, Österreich, der Schweiz) gegenüber,dehnt sich unser Votivreichtum aus wie ein brachliegendes Land.

Mit diesem Beitrag über die heutzutage noch in unserenWallfahrtsorten vorhandenen Votivtypen wollen wir es ver-suchen, diese Lücke für die Provinz Westflandern(= BistumBrügge) auszufüllen. Dabei sind wir bemüht gewesen, Auf-zählungen und Wiederholungen zu vermeiden. Solche Wallfahrts-orte, welche z. B. die üblichsten Wachs- und( oder) Silbervotiveinnerhalb ihrer Mauern bergen, werden nicht immer wiedererwähnt. Wir denken hierbei an das hl. Blut in Brügge, an diebeiden Lourdesgrotten( in der Beguinenstiftskapelle und hinterder Passionistenkirche) in Kortrijk, an die Lourdesgrotte auf dem,, Rode Berg", d. h. Roten Berg, in Westouter, an die Kapelle zuEhren U. L. F. von Ruhe und Frieden in Bikschote usw. Auchhaben wir meistens Rücksicht genommen auf die für die er-wähnten Krankheiten repräsentativen Wallfahrten. Damit seiaber nicht behauptet, daß die Pilger sich für eine bestimmteKrankheit immer an einen Spezialistheiligen wenden. Wenn

1) In diesem Artikel haben wir die Namen der Städte und Dörfernicht verdeutscht.

2) Einen allgemeinen und vergleichenden Aufsatz schrieb schon imJahre 1923 E. Van Heurck, Le Contrepoisage et le Rite des Offrandessubstitutives et votives( Extrait du Bull. de la Soc. franç. d'Hist. de laMédecine, XVII, 1923, 3-4).

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