Jahrgang 
62 (1959) / N.S. 13
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Anna Berger- P. Maier und die Matreiner- Weißensteinkrippe vonKöfler- Girtsmair besonders aus. Von diesen wurde die Feldner- Krippeheuer erstmalig öffentlich gezeigt und es bildete daher die hervor-ragende Schnitztechnik, verbunden mit erlesenem Natursinn, für diemeisten Besucher eine künstlerische Überraschung. An Stimmungs- undheimatlichen Gefühlswerten wäre die volkstümliche gekleidete Bauern-.krippe aus Kolbenhaus an erster Stelle zu nennen; das lange Locken-haar der Engel und der Gottesmutter erregten neben dem, Blattlstocktragenden Hirten und den vielen Trachtenfiguren allgemeine Bewun-derung.

In der Reihe der Kunst- und Kabinettkrippen" befand sich auchetwas kirchliche Kunst, wie das ansprechende Krippenaltärchen" undein Altarchristkindl von Toni Kollreider, Anras. Seine drei Kabinett-krippen und die Christbaumengel übertrafen an weihnachtlicherWärme und religiöser Innigkeit sämtliche übrigen Krippen. FriedlFuetsch, ebenfalls mit drei sehr schönen Kabinettkrippen vertreten,zielte wieder auf das Ausdrucksvolle und Erhabene ab, während BrunoCosta, Hans Unterweger und Johann Breitegger sehr sorgsam dasKleine und Niedliche bevorzugten. Am modernsten, jedoch noch imEinklang mit der herkömmlichen Krippentradition stehend, wirkteAdrian Eggers symbolische Rundkrippe der zwei Weltmächte: besterExpressionismus mit vereinfachter Form, aber großer, durchscheinenderAnatomie liegt in dem zur Krippe ziehenden Menschenpaar und demHandwerksmann Josef, während die zwei Könige, der eine dem Er-löser zu-, der andere ihm abgewandt, der Wiener Hanak- Schule ver-pflichtet sind.

Weiters war eine mechanische Krippe mit eingebauter Spieldosevorhanden, die mit den modernsten Errungenschaften der Technik diefrüher bei Handwerkern sehr häufige, durch Wasserkraft betriebene.bewegliche Krippe auf neue Grundlagen stellt.

Ein besonderer Reiz der Ausstellung waren auch die verschiedenenAusformungen von Krippenmodeln in Teig. Wachs und Gips, von denender Lienzer Weihnachts- und Dreikönigsmodel( 1644) vielleicht einUnikum für ganz Österreich bedeutet und nur von den Fastenkrippen-modeln des Ülmer Brotmuseums übertroffen wird.

Zufolge ihrer Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit bildete die Aus-stellung jedenfalls eine Attraktion für alle Krippen- und KunstfreundeOsttirols und Kärntens.Maria Hofbauer.

Konferenz für volkskundliche Kartographie

Linz, 11.- 13. Dezember 1958

Seit mehr als 20 Jahren ist der Ruf nach einem europäischenVolkskundeatlas und damit auch nach einer engeren Zusammenarbeitaller Institute und Persönlichkeiten. die sich mit volkskundlicher Karto-graphie in Europa befassen, nicht verstummt. Schon mehrmals wurden,am erfolgversprechendsten wohl in den Aktionen, die von Frankreichund Schweden ausgingen, wichtige Ansätze für die Gründung voninternationalen Kommissionen gemacht, die sowohl die Koordinierungder nationalen Atlaswerke in kartentechnischer Hinsicht wie eine ge-neinsame Materialsammlung für die Anlage eines gesamteuropäischenVolkskundeatlasses zur Aufgabe haben. Zu effektiven Ergebnissen istes bisher noch nirgends gekommen. Die Gründe mögen wohl, abgesehenvon den auch hier nicht zu unterschätzenden finanziellen Verhältnissen.in der gegenwärtigen politischen Lage ebenso zu suchen sein, wie in

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