Jahrgang 
62 (1959) / N.S. 13
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Guttenbrunn und dem Odenwald 5): Zum Schluß gebührt meinaufrichtiger Dank... auch den Guttenbrunner Heimatvertrie-benen im Raum von Weinheim... Möge( dieses Buch) allenGuttenbrunnern denen, die in ihrer Heimat unter schwerstenVerhältnissen tapfer auf ihrem Posten ausharren, denen, die beiuns und in Österreich sich eine neue Heimat aufbauen konntenund denen, die in Amerika seit Jahrzehnten ihrer Heimatund ihrem Volkstum die Treue gehalten haben, ein Zeichen sein,daß die Heimat sie nicht vergessen hat und nicht vergessenwird! Die Anwendung des( von uns gesperrten) Begriffes inden verschiedensten schillernden Sinngebungen innerhalb wenigerZeilen muß den Leser befremden. Das erste Mal ist die Sprach-insel im rumänischen Banat gemeint, und auch im nächsten Fallhandelt es sich offenbar um den Heimatort im Südosten. Die dritteErwähnung bleibt im Zusammenhang mit den neuen Ansiedlungs-orten verständlich, während man dann bei den seit Jahrzehntenin Amerika lebenden Rumäniendeutschen schon stark in Zweifelgerät, welcher Heimat sie die Treue halten: dem Banater Dorf,dem ,, Odenwälder Volkstum oder ganz allgemein ihrem Deutsch-tum? Und schließlich: Welche Heimat ist es, die diese nicht ver-giẞt? Der Wohnort Weinheim des Verfassers? Guttenbrunn? DerOdenwald? Deutschland? Oder soll nur einfach die Gefühlssaiteangeschlagen werden, die heute bei Erwähnung des Wortes Heimat unwillkürlich in Schwingungen gerät? Versucht mangar damit, die Affektgeladenheit einer aufgewühlten Zeit in dieWissenschaft hineinzuleiten, die keine Unklarheit der Benennung,keine Vieldeutigkeit der Begriffe. keine Verschwommenheit desBewußtseins dulden dürfte?

Wenn wir uns zu alledem noch an jene Parole Heim insReich!" erinnern, mit der man in den Kriegsjahren u. a. Zehn-tausende von Ost- und Südostdeutschen zwangsevakuierte undderen Wirtsvölkern damit sehr klar bedeutete, daß ihr bisherigerWohnsitz eben nicht ihre eigentliche Heimat gewesen sei, so istdie Verwirrung vollkommen. Und es sollte dem Wissenschaftlerzu denken geben, daß auch diese Gruppe heute ohne Überlegenin das Klischee Heimatvertriebene miteinbezogen wird.

Wir wollen im folgenden die zwei Begriffsinhalte, die in derdeutschen Volksforschung besonders stark strapaziert wurden undwerden, zu näherer Betrachtung herausheben: den von der

35) Emil Maenner- Weinheim, Guttenbrunn. Das Oden-wälder Dorf im rumänischen Banat(= Veröffentlichungen des Südost-deutschen Kulturwerks, Reihe B- Wissenschaftliche Arbeiten hrsg.v. Prof. Dr. Fritz Valjavec). München, 1958. S. 5.

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