Jahrgang 
62 (1959) / N.S. 13
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Tätigkeit der berühmten zeitgenössischen deutschen Schriftstellerwaren, erhielt ich zur Antwort: Wir tun unser möglichstes,mit der übrigen Welt gleichen Schritt zu halten, oder wenigstensnicht allzusehr zurückzubleiben 1*)."

Als Haltrich, auch im Namen seiner wissenschaftlichenFreunde, diese Äußerung tat, da stand er mitten im Strom derWissenschaft, der hier in Siebenbürgen zu Ende lief und dieschaffenden Geister der Sachsen befruchtet hatte. In der Ein-leitung Zur Volkskunde der Siebenbürger Sachsen" kleinereSchriften, deren Herausgabe und neue Bearbeitung J. Wolffbesorgt hatte, steht geschrieben: Seit einer Reihe von Jahrenwendet sich der Blick der heimischen Geschichtsfreunde, demEntwicklungsgange deutscher Wissenschaft folgend, nun auch mitEifer auf die Erforschung der Innerzustände und des geistigenLebens ihres Volkes... Darum mögen unsere Geschichtsfor-scher, welche das Korn von der Spreu zu scheiden verstehen, mitvereinten Kräften dafür tätig sein, daß einmal eine Sammlungder wichtigen Geistesdenkmäler unseres Volkes und eine orga-nische Geschichte derselben zustande komme."

Neben diesen schriftlichen, aus toten Archiven, Kirchen- undGemeindeladen und Bibliotheken zu gewinnenden Urkunden zurKenntnis unseres gesamten vergangenen und gegenwärtigenVolkslebens ist es aber notwendig, auch die lebende Sprache, dieSagen, Märchen, Sitten und Gebräuche und den reichen Aber-glauben zu erforschen 18)."

Und bezüglich der Sammlung der Märchen, im besondern derTiermärchen, die Haltrich zuerst gesondert in einem SchäßburgerSchulprogramm( 1855) veröffentlicht hatte und die J. Grimm alseine Fundgrube alter Tiergeschichten fand, schreibt Haltrich: Das meiste erhielten wir durch mündliche Erzählung von Stu-dierenden des Schäßburger Schullehrerseminars, die, fünfzig bissechzig an der Zahl, in den verschiedenen Ortschaften des Um-kreises zu Hause sind, einiges von sächsischen Dorfschullehrernund Fuhrleuten, städtischen Bürgern und Bauern; schriftlicheMitteilungen gingen uns aus Mühlbach und Mediasch zu 19)."

Seit jener Zeit sind uns noch einige andere Erzählungen.meist Varianten zu den früher veröffentlichten, bekannt ge-worden; wir haben keiner, die etwas Neues brachte, die Auf-nahme versagt; ausgeschlossen blieben nur diejenigen, die unswegen ihrer verderbten Überlieferung nicht verständlich

17) Derselbe, S. 236.

18) Haltrich- Wolff, S. 3-4.

19) Ebenda, S. 4.

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