Jahrgang 
61 (1958) / N.S. 12
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zweite Sessel zum Sitzen geeignet. Nun gehen die Mitspieleralle um diese Sesselreihe heraum, während die Musik spielt.Bricht diese ab, trachtet jeder, sich niederzusetzen. Einer bleibtübrig, der scheidet aus und ein Sessel wird weggenommen. Derauf dem letzten übrigbleibenden Sessel zu sitzen kommt, istSieger.Beliebt sind auch Schattenspiele, der Arzt, der seinem überLeibschmerzen klagenden Patienten allerlei unmögliche Gegen-stände, wie Musikinstrumente, Bierflaschen, Lampen, ja Klapp-sessel, Gläser usw. aus dem Mund zieht.

Das Faschingbegraben ist wohl zu bekannt, um darauf nähereinzugehen. Es wird in der Stadt nur bei solchen Vereinen geübt,wenn die Teilnehmer in überwiegender Zahl unmittelbar ausländlichen Gebieten stammen 18).

Sonstige Spiele, die in der Faschingszeit gespielt werden, sindGesellschaftsspiele, die auch sonst im Winter geübt werden, wes-halb nur eine Aufzählung vorgenommen wird; jener Spiele, dieam häufigsten zu treffen sind:

Der stille Kongreẞ

Stille Post

Kokettieren

Platz tauschen

Teekessel

Lied erraten usw.

und zum Pfänder auslösen:

Kirschen verkaufen

Brunnen schöpfen

Kalender blättern

Polnisch beichten

Brücke bauen

Aeroplan fahren

Stocker hinaustragen

um nur solche herauszugreifen, die an einem Abend mindestensdreimal vorkommen.

Zu Ostern wird, wenn es das Wetter zuläßt, je nachAlterszusammensetzung der Gesellschaft, eine Wanderung unter-nommen, Das mindeste ist eine Praterfahrt am Ostermontag.

Zur Sommersonnenwende war meist eine Nachtwanderungangesetzt, doch darf das bei der allgemeinen starken Wander-

18) Bei den mir bekannten 2 Fällen, wo in Wien ein Faschings-begraben stattgefunden hat, sind meist Studenten( Bauernsöhne) be-teiligt gewesen. Im anderen Fall wohl in Wien Ansässige, aber solche,deren ältere Geschwister den bäuerlichen Hof übernommen haben.

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