Jahrgang 
61 (1958) / N.S. 12
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Die Aufschlüsselung auch dieser Ergebnisse müßte dann primärnach der Herkunft der Bewohner, der Dauer ihres Stadtaufent-haltes( d. h. welcher Stadtgeneration sie angehören) und dannerst nach ihrem Beruf, ihrer sozialen Stellung und ihrem Altererfolgen.

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Das hier behandelte Material ist das sei gleich voraus-geschickt nicht nach einem solchen Gesichtspunkt, sondern nacheiner statistischen Methode unter Berücksichtigung von Ein-kommens- und Altersgruppen( sowohl des Hauses als auch derBewohner) gewonnen worden. Überdies ist es, vor allem wegendes geringen Umfanges des Materials,( es wurden 25 Wohnungennach Stellplan der Möbel, Grundriß der Wohnung, Alter undStil der Möbel, Ausstattung mit Bild, Pflanze und Tier unter-sucht und mit einer großen Anzahl von Fragen an die Bewohner,die ihre Einstellung zur Wohnung erfassen sollten, verbunden)nicht möglich gewesen, die Ergebnisse der Befragung so aus-zuwerten, wie es wünschenswert gewesen wäre. Die unten fol-genden Feststellungen bedürfen also immer noch der Korrekturdurch die statistisch erhobenen Rahmenfragen.

Das theoretische Problem der großstadtvolkskund-lichen Untersuchung von Wiener Wohnungen besteht vor allemdarin, daß die in ihrem Erscheinungsbild greifbaren bäuerlichenund städtischen Erbfaktoren ihrerseits noch nicht genügend unter-sucht sind, es also an der Grundlagenforschung fehlt ³). Dasvolkskundliche Problem der Wohnung kann ja nur darin be-stehen, festzustellen, welcher kulturell überlieferten historischenSchicht sowohl die Funktion der Räume und der Möbel als auchdie Art, diese aufzustellen, und sämtlicher Elemente der Aus-schmückung und Dekoration angehören. Diese funktionelle Be-trachtungsweise der historischen Möbel- und Wohnungsstile istjedoch ein ausgesprochenes Stiefkind der Forschung, sodaß wirüber gewisse Eigenheiten des Stellplanes, etwa der Biedermeier-wohnung, wohl aus dem Erscheinungbild orientiert sind, nichtaber ihre funktionelle Aufgabe genau rekonstruieren können.Die Hauptquelle dafür sind zeitgenössische Sach-( Puppenhäuseretc.) und Bildzeugnisse 4) sowie literarische Berichte. Diesestammen aber, soweit sie der Stadtkultur angehören, zum ge-ringsten Teil aus jener Sphäre der Bewohner von Mietwohnun-gen, denen heute hauptsächlich unsere Untersuchungen gelten.

3) Vgl. L. Schmidt, Wiener Volkskunde, Wien 1940.

4) Vor allem illustrierte Stammbücher, vgl. H. Kaut, Ein Erinne-rungsbuch von 1825 für die Wiener Kaufmannsfamilie Baumann( Wiener Schriften 5, Wien 1957, S. 127 ff.).

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