Jahrgang 
61 (1958) / N.S. 12
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Besser berücksichtigt ist die Volkskunde wieder in der städti-schen Sammlung des Musée Historique in Mühlhausen, die von Mar-tine Weber, einer ehemaligen Schülerin Georges Henri Rivièresan der Ecole du Louvre, geleitet wird. Die junge Leiterin unternahmtatkräftig den inneren Ausbau des Museums, von der Neufassung desInventars an war alles zu tun, Kartotheken und Photoarchiv sind ge-plant. Eine Bibliothek ist in einem Grundstock, der sich aus dem regenTausch mit dem im Hause selbst redigierten Jahrbuch der Stadt Mühl-hausen ergeben hat 21); ein Arbeitsraum ist vorgesehen. Neben derinternen Arbeit laufen die Umgestaltungsarbeiten der Schausammlun-gen, die von der Vorgängerin im Amt, Nicole Leva- Jordan, schonbegonnen wurden und in ihren Grundzügen den Erfahrungen und An-regungen des von Georges Henri Rivière begründeten und geführ-ten Pariser Musée National des Arts et Traditions Populaires folgen.Im wesentlichen handelt es sich dabei um die Schaustellung von Er-scheinungsgruppen, in neutraler Umgebung( Färbung der Ausstellungs-räume, Form der Ausstellungsmöbel), und Aufdeckung ihrer funktio-nellen und, soweit möglich, historischen Beziehungen. So hat die Volks-kunde am Mühlhausener Museum im neueingerichteten Flügel des ehe-maligen Familiensitzes der_Industriellen Steinbach einen bevorzugtenAufstellungsort gefunden. Das Erdgeschoß enthält in großen Wand-vitrinen bürgerliche und ländliche Trachten, Rauchgerät, Kartenspieleund Fayencen aus der Straßburger Werkstätte der Hannong. Der Saalim Stockwerk wird durch Zwischenwände in Nischen aufgegliedert:Im Vorraum steht die barocke Palmeselplastik, zu der im gleichenSchauraum ein gutes Gegenstück des 16. Jahrhunderts aus Wanzenauim Niederelsaß vorhanden ist. Die erste Nische enthält Volkskunst:Tonware und Holz, an den Wänden die in jeder oberrheinischen Samm-lung wiederkehrenden Faẞriegel, Kleienkotzer und die bunten, ge-schnitzten Hähne, von denen man nur weiß, daß sie zur Befestigungder Säcke an den Getreidemühlen dienten und ein Zeichen gaben,wenn der Sack angefüllt war, unerklärt bleibt die Art ihrer An-bringung und Bewegung Möbel, Truhen und Stühle. Die folgendeRaumabteilung enthält religiöse Volkskunst, Kleinplastiken und Hin-terglasbilder. In der dritten Zelle schließlich sind die Geräte der Wein-bereitung ausgestellt. Ihren Hintergrund bildet ein großes doppelregi-striges Gemälde eines Weinlesefestes auf dem Rebberg in Mühlhau-sen aus dem 19. Jahrhundert. In einer durch Mattglas nach außenabgeschirmten Fensteröffnung stehen geschliffene und bemalte Glas-waren; Votiv- und Andachtsgegenstände aus dem Sundgau werden ineiner Tischvitrine gezeigt. In den alten Räumen des Museums sindzwei Bürgerzimmer eingerichtet. Der einst eigenwilligen Geschichteder Republik Mühlhausen inmitten österreichischen Territoriums undden gegenständlichen Erinnerungen aus dieser Zeit vor der Vereinigungmit Frankreich sind zwei miteinander verbundene Säle gewidmet. Hierist auch das Original des Klappersteines, des alten MühlhausenerSchandgerätes, und die Wildemannplastik, einst Zeichen eines Gast-hauses in der rue du Sauvage, verwahrt.

Zu den Museen der drei großen Städte in der Rheinebene kommteine Reihe kleinerer Heimatmuseen, die vorläufig hier nur nach ihrenStandorten angezeigt werden können: Weißenburg, Hagenau, Mols-heim, Buchsweiler, Reichenweier, Kaysersberg, Altkirch, Thann, u. a.

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21) Bulletin du Musée Historique de Mulhouse.