in wenigen Spuren zu erkennen ist, während im Osten Kochofen undRauchstube noch in der Gegenwart lebendige Einrichtungen blieben,ändert an dieser Lehrmeinung nichts und schiebt sie vielmehr nur insrichtige Licht. Sie besagt- mit wenigen Worten noch einmal wieder-holt nicht mehr, als daß Kochofen und Rauchstube einstauch im Westen des deutschen Kulturraumes, na-mentlich Oberdeutschlands, weit verbreitet warenund sich aus diesen Einrichtungen an Ort und Stelleund ohne sehr komplizierte„ Kulturwanderungen“aus Osteuropa Stubenofen und Stube entwickelnkonnten. Nachdem sich diese Entwicklung und dieser Fortschritt hiervollzogen, wurden allerdings die älteren Einrichtungen durch die ebengenannten jüngeren verdrängt. Weiters sind die Spuren der älterenEinrichtungen heute um so spärlicher, je weiter dieser Vorgang zurück-liegt und je umfassender die Umstellung vor sich ging.( Nebenbei be-merkt, lassen sich zahllose ähnliche Erscheinungen bei einer verglei-chenden Betrachtung zwischen Ost und West aufführen. Die im Ent-stehen begriffenen Karten des österreichischen Volkskundeatlasseswürden dafür ebenfalls reiches Anschauungsmateriale liefern.)
Den Nachweis der Verbreitung der Rauchstuben in Ostösterreichverdanken wir vornehmlich dem verdienten Altmeister V. v. Ge-ramb 5). Die Vorführung seiner Fundorte auf einer Karte entsprachübrigens tatsächlich der geographischen Methode 6), wie er diese auchschon in seinem Trachtenbuch 7) verfolgte, während jüngere Werkeoffensichtlich häufig Geographie mit Kartographie verwechseln undihre Darstellungen zu Unrecht als geographische bezeichnen 8) So aus-führlich somit die ostösterreichische Rauchstube in ihrer Verbreitunguntersucht und dargestellt wurde, so schlecht steht es damit im Westen.Nur deshalb auch konnte Geramb die„ Rauchstuben im Lande Salz-burg) als Ausstrahlungserscheinungen des steirischen Zentrums auf-fassen.
Jeder Fund im Westen erscheint daher von besonderer Aktualität.Allerdings gibt es schon deren mehr als Pittioni anführt. Neben A.
5) Neben oben erwähnter Veröffentlichung von Geramb auchGeramb, Vom Werden und von der Würde unserer Bauernhöfe.( Heimatliches Bauen im Ostalpenraum. Hg. v. Papesch J., Riehl H. u.Semetkowski W. v., Graz 1941, S. 55 ff.)
6) Die geographische Methode verlangt die Betrachtung volks-kundlicher Erscheinungen im Zusammenhang mit der Landschaftund ihren Faktoren!
7) V. v. Geram b- K. Mautner, Steirisches Trachtenbuch, 2 Bde.,Graz 1952 und 1955.
8) Die Eintragung von volkskundlichen Erscheinungen durch Sym-bole auf eine Karte darf, wie die obige Bemerkung zeigt, noch nichtals volkskundliche Geographie angesprochen werden, schon gar nicht,wenn auf dieser Karte die Landschaft überhaupt nicht berücksichtigtund auch in der Darstellung auf diese nicht Bezug genommen wird.
9) V. v. Geram b, Die Rauchstuben im Lande Salzburg. Ein Bei-trag zur Hausforschung der Ostalpenländer(= Bd. 4 der Veröffent-lichungen des Instituts für Volkskunde, Salzburg), Salzburg 1950.
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