doch enger zusammengehören. Für den Zusammenhang Wiens undseiner Kunst mit dem böhmisch- mährisch- schlesischen Raum ließe sichaus dem Rollinger- Problem wohl manche weitere Klärung holen.
Nach solchen Überlegungen, die sich angesichts des ungemein sorg-fältig zusammengetragenen Namenmaterials ergeben und sicherlichbei jeder neuen Lesung noch vermehren werden, wird man nicht umhinkönnen und Schwarz für dieses äußerst wichtige Buch aufrichtig danken.Solche Hilfsdisziplinen wie diese Art von Namenforschung würden wirin der Volkskunde öfter brauchen.Leopold Schmidt
Karl Linnartz, Unsere Familiennamen. Bd. I: Zehntausend Be-rufsnamen im Abc erklärt. 3. stark vermehrte Auflage. 277 Seiten.Bonn 1957. Ferd. Dümmler. DM 11,80.
Ein sehr gutes Nachschlagewerk, das wirklich die Tausende mehroder minder erklärlicher Familiennamen, die aus Berufsbezeichnungenentstanden sind, knapp aber klar ausweist. Besonders das überreicheGebiet der Handwerkernamen wird dadurch vorzüglich aufgeschlüsselt,mit manchem guten Hinweis auf die jeweilige ober- oder niederdeutscheusw. Geltung. Das österreichische Namengut ist durchaus befriedigendvertreten.Leopold Schmidt
Fabula. Zeitschrift für Erzählforschung. Herausgegeben von KurtRanke, unter besonderer Mitwirkung von Walter Anderson, LauritsBodker, Reidar Th. Christiansen, Gyula Ortutay, Archer Taylor undStith Thompson. I. Band, Heft 1/2. 181 Seiten. Berlin 1957, Walterde Gruyter& Co.
Sehr begrüßenswert, daß eines der stattlichsten Gebiete der Volks-kunde zu einer eigenen Zeitschrift kommt. Bisher hat ja nur die Volks-lied forschung derartige spezielle Zeitschriften und Jahrbücher gehabt.Die Volkserzählung ist in den letzten Jahrzehnten von Skandinaviernund Angelsachsen bei weitem zielgerechter erforscht worden als vonMitteleuropäern. Wenn durch Rankes Unternehmen die Initiative nun-mehr wieder stärker auf Deutschland übergehen sollte, wäre es nur zubegrüßen. Einstweilen erscheint die Zeitschrift ja noch dreisprachig( deutsch, englisch, französisch); es wird sich bald zeigen, ob auf dieDauer eine Notwendigkeit dafür besteht. Bisher hatten mehrsprachigePublikationen in der Volkskunde wenig Glück.
Das vorliegende erste Doppelheft gehört fast ganz der Motiv-forschung an, was nicht gerade zukunftweisend erscheint. Die Einzel-untersuchungen sind zum Teil selbstverständlich interessant und dan-kenswert( Szöverffy, Taylor, Grafenauer, Draak, Rumpf, Roberts, Dor-son, Scheiber), manche erscheinen zu stark literarhistorisch( Woods,Merckens), andere zu lokal( Dobbertin). Mit dieser Art von Motiv-forschung stellt man sich vielleicht zu stark in die Nähe der längst ver-schwundenen vergleichenden Literaturwissenschaft“ und ihrer altenZeitschriften. Darüber sind die volkskundlich eingestellten Richtungender Erzählforschungen eigentlich doch hinausgekommen. Aber auch eineneue Zeitschrift kann selbstverständlich nicht mehr bieten, als eben zurZeit vorhanden ist. Sie kann nur vielleicht mit der Zeit das Wachstumein bißchen in die neueren Wege leiten. Das möchte man jedenfalls demschönen Unternehmen für die Zukunft wünschen.
Leopold Schmidt
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