an. Von unseren Nachfolgestaaten haben sich eingestellt: MariaJagodic mit dem Beitrag über Slowenien, Ludwik Kunz überMähren, Adam Pranda über die Slowakei, Istvan Sandor überUngarn, mit einem Sonderkapitel über die„ beschlagenen Eier", dieaber auch Kunz für Mähren behandeln konnte. Den Anschluß zumBalkan hin bilden die Artikel von Barbu Slatine an u, Rumänien, undChristo Vakareski, Bulgarien. Am wenigsten wußte man bisher vonGriechenland, begrüßt daher den Beitrag von Margaret Arnott be-sonders herzlich. Nach dem Nordosten rundet Tadeusz Seweryn fürPolen und die Huzulen ab, nach dem Süden Bianca Maria Galantimit den Mitteilungen über Osterspeisen in Italien.
Eine Sonderstellung nimmt der Norden ein, der ja in älterer Zeitkeine Ostereier kennt. Das kommt in den Beiträgen von Kustaa Vil-kuna für Finnland und Gustav Ränk für Estland deutlich zum Aus-druck. Dort sind ältere Fruchtbarkeitsbräuche, das Vogeleiersuchen, dasStierhodengreifen und ähnliches Brauch. Auch die germanisch- skandi-navischen Länder stehen an sich abseits, doch hat der deutsche Einflußim 19. Jahrhundert eine schwache, städtisch- kommerzielle Brauchschichtentstehen lassen, worüber Lily A all mit gewohnter Genauigkeit fürNorwegen berichtet.
Das Heft wird von einem schönen Beitrag Archer Taylorsüber das Ei im europäischen Volksrätsel beschlossen. Man wird das sosystematisch zusammengestellte Sonderheft als eine bedeutende Be-reicherung bezeichnen müssen. Obgleich der sehr unterschiedliche For-schungsstand fühlbar ist, obgleich zahlreiche Probleme in den Einzel-aufsätzen nur angeschnitten und in keinen Übersichtsartikeln zusam-mengefaßt sind, ist diese kleinzellige Übersicht als solche ein Fort-schritt, ihre genaue Durcharbeitung wird künftighin für jedermanngegeben erscheinen, der Osterbrauchforschung betreibt.
Der kurze Beitrag Hans Mosers über Bayern ist von ihm selbstnoch 1957 durch eine ausführliche brauchgeschichtliche Studie ergänztworden:
Hans Moser, Osterei und Ostergebäck. Brauchgeschichtliches ausbayerischen Quellen( Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, 1957.S. 67-89).
Wie in vielen früheren Studien legt Moser wieder reiches archiva-lisches Material vor. Die Rechnungseintragungen und verwandtenBelege bezeugen, daß es im Mittelalter viele Eierzinse um die Oster-zeit gegeben hat, aber keine Ostereier im heutigen Sinn. Moser belegtalso zuerst die Österlichen Naturalzinse und-deputate“, besprichtdann die„ Osterbräuche in Klöstern und Spitälern", wobei auch fürTirol manches abfällt, was in dem oben besprochenen Sammelwerk vonGrass noch fehlt; dann behandelt Moser„ Osterbräuche in Pfarren,Städten und Dörfern" mit den bemerkenswerten„ Fladenprozessionen“.Ein eigener Abschnitt ist dem„ farbigen und verzierten Osterei" ge-widmet, wobei eine kurze Auseinandersetzung mit den Funden bemalterEier in frühgeschichtlichen Gräbern anzumerken ist: da sind frühersicherlich voreilig Zusammenhänge konstruiert worden.„ Fladenlaufund Eierspiele" behandelt frühneuzeitliche Nachrichten, mit guten Hin-weisen auf die Ortsnamen„ Osteranger“,„ Osterwiese"; auch der Oster-
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