nend nur mehr eng begrenztes, sehr altertümliches dagegen durchdie genaue Befragung über die Schlehdorngehänge der Weih-nachtszeit 6). Auch diese auffälligen, von der heimischen Samm-lung aber noch nie berücksichtigten Brauchzüge sind nur durchdie Befragung und Beurteilung von einem Forschungszentrum,also von Wien aus, erhoben worden. Die Anregungen warendurch die wissenschaftliche Literatur gegeben, die sich übergleiche oder ähnliche Erscheinungen in fernergelegenen Land-schaften bereits geäußert hatte.
In dem vorliegenden Fall handelt es sich um eine dem Bur-genland nahegelegene Landschaft. Die Wienerwaldberge sindvon der Westgrenze des Burgenlandes aus zu sehen, über Stein-feld und Wiener Becken sind die Wanderungen der Einzelmen-schen wie ganzer Gruppen immer hin und her gegangen. EineAufzeichnung in dieser niederösterreichischen Landschaft waralso auf jeden Fall wert, für die burgenländische Befragungbeachtet, herangezogen zu werden. Dann aber klang doch dasAntwortmaterial, das Frieß zur Verfügung stand, auch wenn esan sich dürftig erscheint, einigermaßen so, als wäre hier voneiner an sich geläufigen Erscheinung die Rede; wenn die Holz-arbeiter im Wienerwald von einer früher ganz allgemeinüblichen Verehrung des hl. Vincenz als ihres Patrones zu be-richten wußten, dann konnte das nicht so eng landschaftlichgebunden sein. Keine verwandte Erscheinung im Wienerwald istallein auf diesen waldreichen Herzraum des südöstlichen Nieder-österreich beschränkt. Eine Übertragung des Problemes auf dasBurgenland konnte also auf ein gewisses Ergebnis hoffen lassen.
I.
Die Befragung erfolgte 1953 im Rahmen der Umfragen des,, Atlas der burgenländischen Volkskunde“. Es handelte sich dabeium die„ Umfrage über die Brauchgestalten und Glaubenszügeder Faschingszeit“, die wie alle verwandten Jahresbrauch-umfragen an alle dreihundert Schulorte des Burgenlandes aus-geschickt wurden, was einen guten Querschnitt durch den tat-sächlichen Bestand ermöglicht, ohne daß selbstverständlich voneiner absoluten Vollständigkeit hinsichtlich der einzelnen Vor-kommen eines Brauches gesprochen werden könnte. Die Fa-schingsumfrage war vor allem auf die Bräuche und Meinungenan den Feiertagen im Jänner und Februar gerichtet. Die 2. Fragelautete:
6) Schmidt, Der weihnachtliche Schlehdorn im Burgenland. Ausder Arbeit des Atlas der burgenländischen Volkskunde( BayerischesJahrbuch für Volkskunde, 1955, S. 180 ff.).
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