St. Vincenz von Saragossa als Patron der
Holzarbeiter
Aus der Arbeit am Atlas der burgenländischen Volkskunde( Mit einer Abbildung)
Von Leopold Schmidt
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Vor genau zwanzig Jahren, nämlich 1938, erschien eine kurzeNotiz des inzwischen leider dahingegangenen umsichtigen ob-gleich körperlich blinden Nestors der historischen VolkskundeNiederösterreichs, Edmund Frieß, über den hl. Vincenz vonSaragossa als Schutzpatron der Holzfäller Niederösterreichs ¹).Frieß hatte das zwei Jahre vorher, 1936, erschienene gewaltigeWerk von Georg Schreiber,„ Deutschland und Spanien", auf-merksam durchgearbeitet und dabei festgestellt, daß in Schrei-bers weitausgreifender Behandlung der Verehrung des hl. Vin-cenz dem Patronate dieses Heiligen über die Holzarbeiter keinAugenmerk geschenkt worden war 2). Obgleich Schreiber dieBerufspatronate des spanischen Heiligen gemustert hatte, warihm dieses über die Holzfäller entgangen: Begreiflicherweise,wie man hinzufügen muß, denn es war ja darüber fast überhauptnichts veröffentlicht. Wie noch auszuführen sein wird, schweigennicht nur die älteren volkskundlichen Werke darüber ganz, auchdie Handbücher zur Ikonographie, zur Attribut- und Patronats-forschung geben keinen oder eher noch einen unrichtigen Auf-schluß. Nur die intensive Bearbeitung Niederösterreichs von denverschiedensten Seiten her, nicht zuletzt das frühe Ansetzen..Heimatkundlicher Fragebogen“( bereits 1926 ff.) gewährte hiereinen unerwarteten Einblick, und es ist und bleibt das hoheVerdienst von Frieß, hierauf aufmerksam gemacht zu haben.Wenn wir heute in der großen stichwortartigen Übersichtsarbeitüber den süddeutsch- österreichischen Festkalender von GustavGugitz lesen:„ Besonders verehren ihn die Holzfäller im Wiener-
1) Edmund Frieß, S. Vincenz von Saragossa, ein Schutzpatronder Holzfäller Niederösterreichs( Volk und Volkstum. Jahrbuch fürVolkskunde Bd. III, München 1938. S. 355 ff.).
2) Georg Schreiber, Deutschland und Spanien. Volkskundlicheund kulturgeschichtliche Beziehungen(= Forschungen zur Volkskunde,H. 22/24). Düsseldorf 1936. S. 8 ff.
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