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60 (1957) / N.S. 11
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winkeltem Arm auf der Brust, der andere Arm ist schräg nachoben gestreckt; es handelt sich um Darstellungen von etwa zwei-bis dreijährigen Kindern. Das vorliegende Exemplar ist 30 cmhoch. In der Kirche von Maria de is Acquas fand ich dieses Votivnebst den Brüsten fast am häufigsten vertreten.

Was die Wallfahrt Bonaria betrifft, so halte ich mich imfolgenden an meinen in den Wallfahrten Europas abgedrucktenText 3), wobei ich natürlich die inzwischen eingetretenen, meistdurch den Krieg bedingten Änderungen berücksichtige. Da mirbei der Herausgabe dieses Werkes nur literarische Quellen zurVerfügung standen, bedingt übrigens auch die persönliche In-augenscheinnahme, wie fast stets, so auch hier, eine stellenweiseNeufassung. Kloster und Kirche liegen auf einem Hügel im Süd-osten der Stadt, welcher sich ungefähr 50 m über dem Meereerhebt. Hier errichteten die Barmherzigen Brüder um 1330 ihrerstes Kloster in Sardinien. Gründer war ein vornehmer Be-wohner von Cagliari, Fra Carlo Catalon, welcher eines Tageswährend des Gebetes vom prophetischen Geist überfallen wurdeund eine seltsame Szene vorhersah. Während eines schwerenGewitters würde sich ein geheimnisvoller Gast dem Hafen vonCagliari nähern, welcher der Stadt große geistliche und auchbedeutende weltliche Vorteile bringen würde. Das prophezeiteEreignis trat am 25. März 1570 ein. Ein Handelsschiff befand sichauf der Fahrt von Spanien nach Italien. Im Anblick der InselSardinien erhob sich ein plötzliches Unwetter und der Schiffbruchschien unmittelbar bevorzustehen. Man opferte den Wellen wert-volles Handelsgut, um das Schiff zu erleichtern. Darunter befandsich auch eine schwere Kiste, deren Inhalt die Seefahrer nichtkannten. Als sie diese ins Wasser warfen, beruhigten sich sofortdie Wogen, die Kiste aber ließ sich nicht mehr herausfischen undschwamm eigenwillig dem Ufer zu, wo sie unterhalb der Kirchelandete. Zwei Barmherzige Brüder konnten sie nun ohne Mühefassen und trugen sie zur Kirche hinauf. Zu aller Überraschungwurde in ihr eine Muttergottes mit dem Jesuskind gefunden. DieseLegende ist auf vier im byzantinischem Stil ausgeführten Tafelnaus der Zeit um 1500 dargestellt. Auch die wunderbare Kiste istnoch zu sehen. Sie wird im Hofe des Klosters in einem Gangaufbewahrt.

Das Gnadenbild ist eine Figur im byzantinisch- griechischen Stil.Es ist 56 cm hoch. Das Antlitz der Muttergottes ist dunkelbraun,

3) Rudolf Kriss und Lenz Rettenbeck,Europas. München 1950. S. 251 ff.

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