schen Formen( Jungbrunnen, Umschmelzen. Umschmieden und Mühle)( Aarne- Thompson 753). Schon Johannes Bolte machte auf die Bilder-bogen des Altweiber Glossar ::: zum Glossareintrag Altweiber- Ofens( deutsche Bilderbogen 16. Jahrhundert,russische 19. Jahrhundert) aufmerksam, deuen Vf. etliche bisher nichtoder wenig beachtete auch in Bildwiedergaben zur Seite stellen konnte.Fastnachtsspiele vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart in Mittel-europa, Rußland(„ Schmiedespiel") und sulgarien, werden aufgezähltund der von W. Liungman( Traditionswanderungen Euphrat- RheinII FFC 119, Helsinki 1938, 804)( nicht wie Fehlzitat 802) fehlinter-pretierte Bericht über die bulgarische Stanimaka( Stenimachos) alsAltweiber Glossar ::: zum Glossareintrag Altweiber- Ofen( also nicht-mühle) festgelegt. Kuret setzt hier( 49 ff.) mit seiner Deutung ein, derzufolge Ofen und Schmiede vor derMühle das wesentliche Requisit der Verjüngungsmotivs ausmachten.Für ihn ist dieses Motiv wesentlich mit Frühlingskultus und Ver-jüngungszauber( Vegetationszauber) verbunden, wenngleich davon nurdie entleerte Form als Faschingsscherz geblieben sei, wie sie aberbereits in der städt. Fasnacht des 15. Jahrhunderts begegne. Der Ofensei im ländlichen Umgrund durch die Mühle ersetzt worden. Hier aberscheint mir die erotische Seite des Motives zu wenig berücksichtigt zusein, die sich in Redensart(„ noch nicht ausgebacken") kundgibt und denLeib der Schwangeren als den„ Backofen“ bezeichnet, der( nach Ab-treibung oder Geburt) ihr eingefallen" ist. Von dieser erotischen Seiteher gesehen scheint das ursprünglich allein dominante Ofenmotiv ver-ständlicher, zumal die reichlich derbe Gestik solcher Szenen( auch wennes schon eine Altweiber Glossar ::: zum Glossareintrag Altweiber mühle" ist, z. B. beim ost- und untersteiri-schen Blochziehen" an Deutlichkeit bei den Darstellern nichts vergiẞt.Kurets Arbeit ist außerordentlich verdienstvoll durch die Sorgfalt ihrerSchichtenabhebung und die sehr instruktive Bebilderung, zu der einebei Ceve leider ganz fehlende ausführliche Zusammenfassung indeutscher Sprache tritt( 57-59).
Die Studie von Marija Jagodic, der Kustodin des LaibacherVolkskundemuseums, verfolgt das Motiv vom geplagten Krainer Bauern,der einen französisch- napoleonischen Soldaten der Besatzung in derProvinz Illyrien"( 1809-1813) in der Wiege hutschen muß, in der sehrreichen Volksüberlieferung als Sage und Schwank, dazu aber auch indem Bb. dieses Motives. Den Abschluß bildet der Versuch der Datierungdieser meist als Anekdote, aber auch als wahre Begebenheit“ und nichtnur als Anspielung auf die seinerzeitigen Besatzungskinder aus-gegebenen Geschichte aus Unterkrain. Eine französische Zusammen-fassung der Ergebnisse ist beigefügt.
Es steht zu erwarten, daß diese Anfänge einer systematischenErforschung der Ikonographie der Bb., für die sich dzt. der Direktordes Laibacher Volkskundemuseums tatkräftig einsetzt( vgl. Boris Orel,O naših panjskih končnicah. Über unsere Bb., Zs. Likovni svet 1951,112 ff.) weitere Früchte tragen, die der gesamten Volkskunstforschungim Ostalpenbereiche zugute kommen. Leopold Kretzenbacher.Jerina Šobić, Costumes and Ornaments in the EthnographicMuseum in Belgrade. Beograd,„ Jugoslavija", 1956, Seiten+ 15 Farb-tafeln 1 Umschlagfarbtafel.
Die repräsentative Zeitschrift_„ Jugoslavija"_bringt laufend auchDarstellungen von jugoslawischen Trachten und Textilien in vollende-ten Farbwiedergaben. Daneben wird aber vom gleichen Verlag unterder Leitung von Oto Bihalji- Merin eine Sonderreihe von Farbtafel-
179