dafür, daß der Vertreter Österreichs bei dieser Konferenz seine Missionerfüllen konnte. Die stark ausgebildete und weithin anerkannte öster-reichische Volkskunde hat in diesem internationalen Kreis offenbar einebesondere Aufgabe. Sie steht einerseits mit einer starken eigenen Tradi-tion sehr unabhängig da, kann aber anderseits die deutsche Volks-kunde, die vielfach noch unter den Kriegsfolgen leidet, gut verstehenund die gemeinsamen Anliegen vor einem derartigen Forum enispre-chend mitvertreten. Diese Stellung wurde allenthalben( vielleicht mitAusnahme der Balkanländer) richtig verstanden. Auf der AmsterdamerKonferenz mußte die österreichische Vertretung vielfach auch die Funk-tion übernehmen, die an sich eher einer schweizerischen Vertretungzugekommen wäre, die jedoch bedauerlicherweise nicht vorhanden war,nämlich die Funktion der Verdeutlichung der geistesgeschichtlichenPriorität der deutschsprachigen Volkskunde, die heute zweifellos gernübersehen wird. Derartigen Ressentiments ist sicherlich nur durch neueLeistung zu begegnen, und gerade daran hat es ja die Volkskunde inÖsterreich im letzten Jahrzehnt nicht fehlen lassen. Nur die tatsäch-lichen Leistungen werden in der internationalen Welt gesehen, und nurdie österreichische Leistung der letzten zehn Jahre war auch die Ver-anlassung, überhaupt einen österreichischen Vertreter in diese inter-nationale Konferenz einzubeziehen. Auch der weitere Erfolg wird alsovon der weiteren Arbeit abhängig sein. Es ist keine Frage, daß dieschöne Tagung und die eindrucksvolle Konferenz, für die wir denholländischen Kollegen aufrichtig dankbar sind, allenthalbenweiteren Intensivierung der Forschung Anlaß geben werden.
Ausstellungen
Zur
Leopold Schmidt.
Österreichisches Museum für Volkskunde
Am Samstag, den 28. Jänner 1956 wurde in den Ausstellungsräumendes Erdgeschosses eine kleine Sonderausstellung Volkskundliches ausGroßbritannien und Irland" eröffnet. Die Ausstellung erfolgte aufGrund der Anregung des Bundesministeriums für Unterricht anläßlichder Anglo- Amerikanischen Woche der Kaufmännischen Lehranstalten.Als Eröffnungstag wurde der 28. Jänner gewählt, der als 80. Geburtstagdes bereits 1918 verstorbenen großen Sammlers Dr. Rudolf Trebitschdafür besonders geeignet erschien. Der größte Teil der Gegenständeder Ausstellung stammt ja aus Widmungen von Rudolf Trebitsch.Trebitsch wurde dementsprechend eine eigene Vitrine gewidmet, dieu. a. auch seine Tagebücher von seinen Reisen in England und Irlandenthielt. Die Orte seiner Sammlungen und phono- wie photographischenAufnahmen in England, Schottland und Irland wurden auf zwei Kartendargetan, die von Milly Niedenführ nach Entwürfen von Elfriede Liesgestaltet worden waren. Außer diesen Objekten wurden vor allem dieNeuerscheinungen auf dem Gebiet der volkskundlichen Literatur Groß-britanniens und Irlands gezeigt, die das Museum in den letzten zehnJahren erwerben konnte.
Salzburger Museum Carolino Augusteum
Freitag, den 28. Oktober 1955 wurde im Museumspavillon imMirabellgarten die 16. Sonderausstellung des Museums unter dem Titel,, Salzburger Bauernhäuser. Modelle, Fotos, Gemälde, Graphiken" er-öffnet.
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