Jahrgang 
59 (1956) / N.S. 10
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Der Barbara-Weizen bei den Donauschwaben

Von Helene Grünn

Leopold Schmidt hat in der Festschrift für G. Gugitzerstmalig einen ost- österreichischen Brauch dargelegt und er-gründet, der sowohl im übrigen Österreich wie in der österreichi-schen Literatur bisher unbeachtet blieb ¹). Es handelt sich umden Barbara- bzw. Luziaweizen, eine weihnachtliche Tellersaat,die im Burgenland gepflegt wird. Die Verbreitung außerhalb desösterreichischen Gebietes erfährt eine Verdichtung im Südosten.Hier können neben gegenwärtigen Angaben auch ältere litera-rische Quellen herangezogen werden, die Kroatien, Slavonien,Syrmien bis Nordserbien als Hauptverbreitungsgebiete anspre-chen. Diese letztgenannten Länder unterlagen in den letztenfünfzehn Jahren starken Bevölkerungsumschichtungen; denn dieam kulturellen wie wirtschaftlichen Leben so bedeutend teil-habende deutsche Bevölkerung verließ ihre Wohnsitze, um sichin westlichen Ländern, in Westösterreich, Deutschland, Überseeetc. wieder ansässig zu machen. Diese Deutschen, allgemein als Donauschwaben zusammengefaßt 2), siedelten in den Gebietenvon Slavonien, Kroatien, Batschka, Banat, Baranya, in derSchwäbischen Türkei sowohl in Streusiedlungen wie auch in ge-schlossenen deutschen Dörfern und Städten. In allen diesen Ge-bieten wurden auch von den Deutschen die Tellersaat als Weih-nachtsbrauch geübt und hochgehalten. Ich hatte in den Jahren1937, 1938 Gelegenheit, den Brauch in der Batschka 3) und inKroatien 4) kennenzulernen.

1) Leopold Schmidt, Barbara- und Luziaweizen( Kultur und Volk.Beiträge zur Volkskunde aus Österreich, Bayern und der Schweiz.Gustav Gugitz zum 80. Geburtstag. Wien 1954- Veröffentlichungen desÖsterreichischen Museums für Volkskunde, Bd. V, S. 387–418).

2) Donauschwaben sind Namensschwaben", ohne stammheitlichAltschwaben zu sein. Vgl. Donauschwaben, Donaubayern"( Neuland.Wochenschrift der Donauschwaben. Salzburg- Freilass, ng, Nr. 10, Bd. III,März 1950).

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3) Apatin, Batschka.

4) Slawonisch- Brod.