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59 (1956) / N.S. 10
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Die Pestkapelle in Weng bei Admont als ältesteSebastiani- Kultstätte Österreichs

Von P. Adalbert Krause O. S. B.

Die Admonter Benediktiner besitzen 2 Stätten der Sebastiani-verehrung, die eine in Weng bei Admont, die andere im Seba-stianikirchlein der Stiftspfarre Kalwang im Liesingtal. Fürden Sebastianikult wurde die Wenger Kapelle, am Fuße desBuchauersattels, eine gute Gehstunde yon Admont entfernt, eineder interessantesten obersteirischen Volkswallfahrtsstätten. IhrUrsprung geht in die Pestzeit zurück, die wiederholt and oft rechtschwer das obersteirische Ennstal heimsuchte ³). Besonders furcht-bar wütete sie 1486 von August bis Oktober. Außer zahl-reichen Bewohnern von Admont und Umgebung raffte sie damals12 Mitglieder des Stiftskonventes hinweg, nämlich den PriorGeorg de Styra, den Priester und Lehrer der Jungherren JohannEysalar, Georg von Rottenmann, Magister und Senior, P. JohannPellifex, P. Johann, Priester und Lehrer der Jungherren, JohannMetz, Unterpfarrer, den Subdiakon Augustin, die beiden Ako-lithen Kaspar und Philipp, den Novizen Leonhard und die beidenLaienbrüder Ulrich und Rudolf. Auch die Admonter Nonne Mar-garetha Walkassin fiel ihr zum Opfer. Die Admonter Toten-bücher schreiben daher zu diesem Jahr: O tempus lugubrissi-O traurigste Zeit. Hilfesuchend wandten sich dieMitglieder des Stiftes mit dem gläubigen Volk während dieserschrecklichen Pestilenz an die Fürbitte der beiden PestheiligenRochus und Sebastian um Abwendung dieser furchtbaren Gottes-plage. Das Wüten der Pest jener Zeit war aber der Anlaß, daßPrior P. Friedrich Weigel ex voto neben der schon 1394 inWeng zu Ehren der hln. Cosmas und Damian errichteten kleinenPfarrkirche, etwas südlich von ihr eine Kapelle den beiden Pest-patronen Rochus und Sebastian zwischen 1496-1501 unter Mit-hilfe des Abtes Leonhard von Stainach( 1491-1501) im spät-gotischen Stil erbauen ließ und zu einer Stätte der Sebastians-verehrung machte. Da, wie der Bericht lautete, mit der Errich-

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¹) Über die Pestzeiten in der Obersteiermark vgl. P. J. Wichner,Geschichte des Benediktinerstiftes Admont, 4. Bd. 1880, S. 28, 274,281, 313.

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