nicht aber das Lied, also ohne Verbindung mit dem normalisier-ten Text 5).
Der Vers leitet die 6. Strophe des erwähnten Liedes ein, dieim Handschriftabdruck Von der Hagens lautet:
„ Her Nithart, daz iu's Sant Zene Lone!
nu sündet niht,
daz man roufet minen hus genoz.
Ir züht iuch selb' unt vart ein wenik schone;
wan er des jiht.
im welle helfen Eppe und Megengoz,den selben tak,
swenne ir in ane loufet.
und in bi sinem reiden hare roufet:
er sleht iuch durch den nak")."
Es handelt sich also um die gleiche Situation wie so oft inechten und unechten Liedern Neidharts: Der Sänger nimmt sichum eine bäuerliche Liebesangelegenheit an, und die Bauern-burschen verwahren sich gröblich gegen seine Einmischung. DieAnrede mit seinen Namen ist mindestens ein halbes Dutzend malbelegt, er hat sie selbst verwendet, und mehr oder minder zeit-genössische Nachahmer haben die auf ihn gemünzten Baueru-prügel auch immer mit dieser Formel zitiert. So wie in diesemVers freilich sonst nirgends, der sachliche Kern dieser Stellescheint doch ein ganz besonderer zu sein. Dementsprechend hatsich die Neidhart- Kommentierung damit auch beschäftigt. AlfredMartin hat die Nennung des Heiligen richtig verstanden und dazudie Stelle im Epos von der Rabenschlacht( 937, 1, 2) zitiert: Diet-rich von Bern hat den Tod Diethers und der Etzelsöhne entdeckt,reitet nun Witege nach, flucht ihm, da er ihn nicht erreichen kannSant Gangolf und Sant Zêne
die müczen dir bi gestân! 7)-
Martin meint, die Stelle sei ironisch aufzufassen, die beiden an-gerufenen Heiligen sollten den ungetreuen Witege strafen. Mankann wohl auch annehmen, Dietrich rufe in seinem Zorn: Selbstwenn Sankt Gangolf und Sankt Zeno dem fliehenden Witegebeistehen würden, könnten sie ihn doch nicht retien. Wießnerglaubt, über den Hinweis Martins noch eine besondere Anspie-lung herauslesen zu können, eine Bosheit, der„ Segenswunsch"
5) Ebendort S. 366.
von der Hagen, Minnesinger, Bd. III, S. 244.Wiener, Wörterbuch, S. 366.
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