Zum 10. Band der Neuen Serie
Die letzten Jahre des zweiten Weltkrieges hatten die II. Serieunserer Zeitschrift zum Erliegen gebracht. Als sich nach 1945Österreich wieder erneuerte, begann auch die österreichischeVolkskunde erneut aufzusteigen und benötigte sehr rasch ihreZeitschrift, die ihr in Form der III. Serie der alteingeführtenZeitschrift des Vereines für Volkskunde in Wien geboten werdenkonnte. Eine lebendige Zusammenarbeit der Vertreter ältererund jungerer Generation, der Verfechter traditioneller und mo-derner Forschungsrichtungen hat der Zeitschrift rasch ihr eigenesGesicht gegeben. Insbesondere haben ausführliche Darlegungenneuerer Ansichten und zahlreiche Besprechungen aktueller Neu-erscheinungen dazu beigetragen, daß in die gesamte österreichi-sche Volkskunde neues Leben einzog. Es war die Basis für dasfortgesetzte wissenschaftliche Gespräch geboten worden, wer sichdaran beteiligen wollte, konnte es jederzeit tun. Wer abseitsstehen wollte, hatte es sich selbst zuzuschreiben.
Die innerliche Festigkeit der neugegründeten Zeitschrift hates auch mit sich gebracht, daß neben sie keine andere trat, wiewohl mitunter geplant wurde, besonders in den Jahren, da diepolitisch- militärische Teilung Österreichs in vier Zonen mituntereinschneidend zu werden drohte. Es haben sich in diesen Jahrenmanche andere Einrichtungen auseinandergelebt. Die Zeitschriftblieb einheitlich und betonte die Gültigkeit des Wiener Forumsfür unsere Forschung, die ihm eben seit sechzig Jahren zukommtund die sich in den letzten zehn Jahren wiederum deutlicherweisen ließ. Wenn einmal der Versuch einer unwesentlichenGegengründung gemacht wurde, so verließ ihn sehr bald infolgeseiner inneren Bedeutungslosigkeit die Lebenskraft. Die Zeit-schrift aber wurde als Gegensatz dazu immer noch durch eigeneSchriftenreihen für umfangreichere Veröffentlichungen gestärkt.Zuerst durch die stattliche, sechsbändige Reihe„ ÖsterreichischeVolkskultur. Forschungen zur Volkskunde", dann durch die zweiBände der Buchreihe“ der Zeitschrift, und schließlich durch dienunmehr bereits neunbändige Serie der„ Veröffentlichungen desÖsterreichischen Museums für Volkskunde“. Es sind da also aufdie gleiche Initiative hin in diesen Jahren nicht weniger als
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