schen Maskenbräuchen am„ Hunds- Montag" in der„ Todor- Woche". Wirmüssen es uns versagen, des näheren auf die Parallelen zu unserenBerchten- Gestalten einzugehen, auf die„ Eisenzähne“( gvozdenzubi), alsdie maskierte Burschen am Vorabend des( nicht mittwinterlichen, son-dern Frühlings-) Festes kommen, auf das Eindringen maskierter Bur-schengruppen in die Mädchenstuben usw.
Die Schwierigkeit liegt hier wie so oft in der balkanischen Volks-kunde darin, daß Gegenwartserscheinungen unmittelbar mit antikenDenkmälern in Zusammenhang gebracht werden. Sie müssen es mitunterwohl auch, weil es meist keine( etwa archivalisch oder ikonographisch)faßbaren Zwischenzeugnisse z. B. aus dem Mittelalter oder den Jahr-hunderten des Umbruches zur Neuzeit gibt. Christliche Freskenkunstund Buchmalerei gehen in ganz bestimmte Richtungen. Andererseitsaber bedeutet bei vielen Balkanvölkern die ein halbes Jahrtausend undnoch länger dauernde( Schlacht auf dem Amselfelde 1389) Abgeschlossen-heit vom zivilisatorischen Entwicklungsgange und den Geistesströmun-gen des Westens doch ein stark retardierendes Moment. Zeugnissedes 19. Jahrhunderts haben dort mitunter ein Gewicht zur Kontinuitäts-aussage, wie es vielfach den mittel- und westeuropäischen Archiv-belegen der Barockzeit schon nicht mehr zukommt. Gerade aus dieserErwägung ist es notwendig, sich stärker den reichen Materialien undden daraus gezogenen Folgerungen auch unsererseits zuzuwenden, diedie balkanische Volkskunde im allgemeinen und hier die serbische imbesonderen für die Kontinuitätsfragen auch im Rahmen der kultur-historischen Volkskunde Mitteleuropas bietet.
Leopold Kretzenbacher.
Niko Kuret, šaljive zgodbe o Lemberžanih( Lustige Geschichten vonden Lembergern). Neuerzählt und mit Anmerkungen versehen.Zabavna knjižnica( Unterhaltungsbücherei) Nr. 7, Marburg a. d. Drau1954, 34 Seiten.
Erst vor wenigen Jahren hat unsere Zeitschrift die„ LembergerStreiche. Ein altsteirisches Lalenbüchlein“ von Paul Schlosser( Österr. Zs. f. Volkskunde, NS. 5, Wien 1951, S. 157-166) als kleinesKulturdenkmal aus der historischen Untersteiermark mit zehn Schwän-ken aus Lemberg, einem steirischen Schilda, samt einem guten historisch-topographischen Überblick über die Örtlichkeit der Schwänke abge-druckt, die der greise, immer noch tätige Verfasser 1910 aus dem Mundeeiner Überlieferungsträgerin aus Marburg a. d. Drau aufgezeichnethatte. Diese 10 deutschsprachigen Lemberger Streiche hat nun NikoKuret, Wissenschaftlicher Beamter in der Volkskunde- Sektion derSlowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste zu Laibach, zuseiner eigenen, slowenischen Sammlung gezogen und einen 20 Nummernumfassenden Kranz von Lemberger Streichen ausgezeichnet kommen-tiert herausgegeben.
Im wesentlichen entsprechen einander:
K( Kuret) 1= S( Schlosser) 10: Bürgermeister wird, wer mit weitemMund die meisten Knödel auffängt. K. setzt statt der„ Knödel" dieuntersteirischen..Sterzbrocken“( žganki). Zwei weitere Fassungen,eine aus Lemberg, eine aus Wernsee( Veržeije) sind wegen derDerbheit des Inhalts nicht aufgenommen. stehen aber der Forschungim Archiv des Institutes für slowenische Volkskunde in der LaibacherAkademie zur Verfügung.
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