Volkskunde auf einen Schäfer- Fragebogen zu antworten wußten. 9 Be-richte aus Westfalen werden durch 2 weitere aus Niedersachsen ergänzt,denen noch ein Anhang über die„ Kaitkes", also die als Spielzeug ver-wendeten Schaf- Astragalen, aus Eggerode folgt. Die Berichte sindanschaulich und stoffreich, derartige landschaftsmäßige Stoffdarbietungenstellen zweifellos eine Bereicherung dar.Leopold Schmidt.
Joseph Klapper, Schlesische Volkskunde auf kulturgeschichtlicherGrundlage. 2., umgearbeitete Auflage mit 47 Abbildungen. Stuttgart,Brentano- Verlag 1952. 192 S., 28 Bildtafeln.
Für die vielen in alle Winde verschlagenen Schlesier muß es vongroßer Bedeutung sein, wieder eine zusammenfassende Darstellungihres volkstümlichen Lebens zur Hand nehmen zu können, eines Lebens,das in dieser Form bereits Geschichte geworden ist. Die neue Auflagedes 1925 erstmals erschienenen trefflichen Buches ist in Stoff und Auf-bau nicht wesentlich verändert, in den einzelnen Kapiteln eher straffer,kürzer gehalten, und dies zweifellos zugunsten des eigentlich schlesi-schen Materials. Die Ausdrucksweise wurde, wo es etwa nötig war, derjetzt schon geläufigeren volkskundlichen Terminologie angeglichen, z. B.,, Bettellied" durch„ Heischelied" ersetzt u. ä. m. Der Bildanhang wurdeim ganzen wohl etwas geschmälert, im einzelnen aber doch verbessertund ergänzt. Auch der äußeren Gestaltung nach also eine erfreulicheNeuerscheinung, die der Volkskunde eine längst vergriffene Darstellungwieder zugänglich macht.Elfriede Moser Rath.
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Karl Lohmeyer, Die Sagen der Saar, von ihren Quellen bis zurMündung. Saarbrücken 1952, Club der Buchfreunde( Minerva- Verlag).604 Seiten. Zeichnungen von Fritz Ludw. Schmidt.
Es ist immer erfreulich, wenn bei der Herausgabe landschaftlicherSagensammlungen der beste Fachmann, der eigentliche Berufene zuWorte kommen kann. Lohmeyer hat sich seit Jahrzehnten als Sammlerder Sagen seiner Landschaft bewährt. Sein Werk kann heute als Gegen-stück zur klassischen Sagensammlung des, Elsaß, dem Stöber- Mündel,gelten, und hebt sich gerade durch diese Zusammenstellung von derso viel umfangreicheren Lothringer Sammlung unserer Jahre ab,Angelika Merkelbach- Pink, Aus der Lothringer Meistube, welche ihrengewiß großen Stoff in keiner Weise zu bändigen verstanden hat. Nichtumsonst hat das Deutsche Volkserzählungsarchiv als eigenen Arbeitsauf-trag eine Aufarbeitung dieser in der vorliegenden Form unbenützbarenSammlung vorgenommen.
Die 456 Nummern der Lohmeyerschen Sammlung sind geographischgegliedert, also vom Donon nach dem Norden zu den saarländischenKleinlandschaften folgend. Innerhalb dieser 9 Abteilungen sind dieSagen ungefähr ihrer Entstehungszeit nach geordnet. Ein Ortsverzeich-nis dient zur eingehenden inneren Aufschließung des reichen undbezeichnenden Materiales, das jeweils in einem Text vorgelegt wird,der in ausführlichen Anmerkungen seiner Sammlungs- und Veröffent-lichungsgeschichte nach behandelt ist. Nur um auf die Eigenart desSagenschatzes der Gegend hinzuweisen, seien hier einige bezeichnendeMotive herausgegriffen. Das für den Mittelrhein so bezeichnende„ Dorf-tier tritt immer wieder auf( Nr. 20, 24, 44, 113), zwei Riesen mit zusam-then nur einer Axt( Nr. 359), der Traum vom Schatz auf der KoblenzerBrücke( Nr. 261), die Welfen- Stammsage, diesmal von der Burgfrau von
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