Jahrgang 
58 (1955) / N.S. 9
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Franz X. Kohla, Kärntens Burgen, Schlösser und wehrhafte Stätten( Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, Bd. 38).Klagenfurt 1953, Verlag des Geschichtsvereins für Kärnten. 374 Seitenmit zahlreichen Abbildungen.

Die Burgenforschung ist eine wichtige Seitenlinie der Siedlungs-und Hausforschung, eine Sonderdisziplin, welche gerade an diesererstorbenen Bau- und Wohnform auch für uns Wichtiges abzulesen hat,Die Nachkriegszeit hat eigenartigerweise allenthalben ein beträchtlichesErstarken dieser Sonderforschung gezeigt, und Urgeschichte und Sied-lungsforschung, Archäologie und Kunstwissenschaft haben sich daranredlich interessiert gezeigt, so sehr, daß die Österreichische Akademieder Wissenschaften, der eine Kommission für Volkskunde fehlt, einesolche für die Burgenforschung geschaffen hat. Wichtige Arbeiten inNiederösterreich haben den Reigen der burgenkundlichen Publikationennach 1945 eröffnet, so vor allem Felix Halmer, Karte der Wehr- undSchloßbauten in Niederösterreich( einschließlich nördliches Burgenland),Wien 1948, und Hans P. Schad'n, Die Hausberge und verwandtenWehranlagen in Niederösterreich( Prähistorische Forschungen, Heft 3),Horn- Wien 1953. Nun hat Kärnten ein sehr gediegenes Gegenstück dazugeschaffen. Das Lebenswerk des bewährten Spezialisten Major Kohlaliegt mit diesem Band vor: ein in der Form bescheidenes Verzeichnis,alphabetisch angeordnet, mit knappsten Beschreibungen, wobei aberdie Hinweise auf Ur- und Frühgeschichte wie Mitteilungen über even-tuelle Verbindungen zum Bergbau nicht fehlen. Zahlreiche Bilder, vorallem die zum ersten Mal veröffentlichten Darstellungen von M. Pern-hart beleben diese schlichte Übersicht außerordentlich. Ein für allekünftige Siedlungsforschung in Kärnten unentbehrliches Werk.

Leopold Schmidt.

Deutsche Volkskunst. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar.

Diese Serie, einstmals von Edwin Redslob begründet, hat die ver-schiedenen Wechselfälle des deutschen Geschicks immer wieder über-standen. Es sind vor 1932 Bände erschienen, es sind zwischen 1933 und1945 welche entstanden, und es erscheinen auch heute wieder welche.Freilich erscheinen da nicht immer diejenigen, die angekündigt wurden,und manche, von denen gesprochen wurde, gibt es überhaupt nicht, Soführt Arthur Haberlandt in seiner Literaturübersicht Wege und Zieleder österreichischen Volkskunde"( Laos, Bd. I, Uppsala 1951, S. 154 ff.)auf S. 158 einen Band ,, Tirol und Vorarlberg" an, der von Adolf Helbokstammen soll: es gibt ihn aber gar nicht! An österreichischen Bänden istnur der Band Steiermark" von Viktor Theiss erschienen.

Nach dem Kriege nun haben uns bisher folgende Bände erreicht:Oskar Schmolitzky, Thüringer Volkskunst. Jena und Umgebung.130 Seiten und 118 Abbildungen auf Tafeln. Weimar 1950.

Edwin Redslob hat schon 1926 in seiner Reihe als Band VII eineThüringer Volkskunst veröffentlicht. Die Heraushebung einer Klein-landschaft war eigentlich vordem in dieser Reihe nicht üblich. Aber dasBuch von Schmolitzky ist gut, eine schöne Bestandaufnahme, dieRedslobs Buch wirklich ergänzt.

Karl Rumpf, Hessen. 104 Seiten und 349 Bilder auf Tafeln, 26 Ab.bildungen im Text. Marburg a. d. Lahn, Simons Verlag 1951.

Für Hessen hat Adolf Spamer ein klassisches Volkskunstwerkgeschrieben, Jena, bei Eugen Diederichs 1939. Dennoch ist der Band von

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