jedenfalls als die Stuttgarter Zeitschrift für Volkskunde" ihn für diewestdeutsche Volkskunde darstellt. Mehr wird darüber selbstverständ-lich erst die Zukunft sagen können. Wir haben nach 1945 bereits neunBände herausbringen können, unser Weg liegt vor aller Augen alsoschon ziemlich klar da. Erste Bände dieser Art sind zunächst erst Ver-sprechungen. Wie die hier gegebenen Versprechungen aber auch ein-gelöst werden mögen, der Band wird wohl, möchte ich meinen, als einZeitdokument in die Geschichte der deutschen Volkskunde eingehen.Leopold Schmidt.
Karl M. Klier, Weihnachtslieder aus dem Burgenland(= Burgen-ländische Forschungen, Heft 28), 68 Seiten. Eisenstadt 1955, Burgen-ländisches Landesarchiv. S 38,-.
Kliers Schatz österreichischer Weihnachtslieder" ist in den Jahren1936 bis 1938 in sechs Lieferungen erschienen. Zwei Länder fehlten nochzur Fertigstellung des Lieferungswerkes, da kam der geschichtliche Ein-schnitt von 1938, der die Vollendung eines so echt österreichischen Wer-kes unmöglich machte. Nach 1945 ist leider der Verlag, der das Werkunternommen hatte, nicht wieder belebt worden, so daß das Buch jetztauch ein Torso bleiben mußte. Nun hat sich Klier entschlossen, wenig-stens das Burgenlandheft des Werkes selbständig herauszugeben, undes ist der Leitung der„ Burgenländischen Forschungen" sehr zu danken,daß sie diese wertvolle Quellenarbeit unter ihren Schutz gestellt hat.Die vierzig Lieder dieser Lieferung sind durchwegs unveröffentlichteNeuaufzeichnungen, weitgehend von Klier selbst durchgeführt. DieTexte sind meist geläufig und ihrer Verbreitung und Herkunft nachdurch Kliers Nachweisungen gut erschlossen. Die Melodien stellen einenbesonderen Gewinn dar, es leben da besonders auf dem Heidebodennoch Singweisen des 16. und 17. Jahrhunderts fort, die man nun erstso richtig beurteilen kann. Die schöne Aufzeichnung und gewissenhafteKommentierung dieser Weihnachtslieder bedeutet eine stattliche Be-reicherung sowohl der Weihnachtsliedforschung wie der burgenländi-schen Volkskunde.Leopold Schmidt.
Jahrbuch der Stadt Linz. Herausgegeben von der Stadt Linz, StädtischeSammlungen. Schriftleitung Hans Kreczi.
Beim Wiedererscheinen dieses Jahrbuches im Jahr 1949 habe ich( diese Zeitschrift N.S. Bd. 4, 1950, S. 191) der Hoffnung Ausdruck ge-geben, daß diese schöne Veröffentlichung auch der Volkskunde entgegen-kommen werde. Nun, jetzt, nachdem bereits sechs dieser stattlichenBände erschienen sind, kann man wohl mit Freude feststellen, daß diesesJahrbuch der Volkskunde ebenso offensteht wie der Archäologie und derGeschichte, der Kunst-, Literatur-, Musik- und Theaterwissenschaft, so-weit sie sid. eben auf Linz beziehen. Es seien deshalb hier wenigstensauf die für unser Fach wichtigsten Beiträge aus diesen sechs Jahrgängenhingewiesen.
Auf dem Gebiet der allgemeinen Stadt volkskundeschienen:
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1950, S. 433-480, Hans Commenda, Grundriß einer Volkskunde vonLinz.1953, S. 43-100, Gustav Gugitz, Linz im Urteil der Reisebeschreibun-gen und Lebenserinnerungen. Versuch einer Biblio-graphie.
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