insbesondere die Zuwendungen der Österreichischen Creditanstalt undder Österreichischen Länderbank zu erwähnen, durch die die Anschaf-fung eines Magnetophons und einer Leica- Kamera ermöglicht wurden.Die Firma Kaufhäuser Gerngroß A. G. hat dem Museum eine Reihe vonVitrinen älterer Bauart, aber vollständig mit Glas ausgestattet kostenlosüberlassen. Auch diesen privaten Gönnern sind Verein und Museum zubestem Dank verpflichtet.Leopold Schmidt.
Heimatmuseum Asparn an der Zaya
Der Markt Asparn a. d. Zaya eröffnete am 5. Juni 1955 inRäumen seines Schlosses sein Heimatmuseum. Damit ist neben dasMuseum in Mistelbach, dessen Schwerpunkt und Bedeutung auf demGebiete der Prähistorie liegen, ein zweites Museum im Bezirke getreten.Wie die übersichtlich und klar aufgestellte Sammlung zeigt, ist bewußteine Ergänzung zu Mistelbach geschaffen worden, die sich in denhistorischen und wirtschaftlichen Rahmen des Ortes und Schlosses treff-lich einfügt. Vertreter des Landes, des Bezirkes, des Bundesdenk-malamtes und von Wiener Museen waren zur Feier erschienen.
Durch die Mithilfe des Niederösterreichischen Landesmuseums mitRat und Tat wurden mit modernen Mitteln Schauräume geschaffen, dieder heimischen Bevölkerung und auch Fremden zur Belehrung undFreude gereichen mögen. Den Mittelpunkt der Sammlung bildet dergroße Wappensaal im 1. Stock des Schlosses, in dem die Waffensamm-lung, Urkunden, religiöse Kunstwerke, Denkmäler der Volksreliositätund schließlich Wandkarten untergebracht sind, die über die Wehr-anlagen und die kirchliche Einteilung des östlichen Weinviertels Auf-schluß gewähren. In den anschließenden Räumen finden wir bäuer-liches Arbeitsgerät( bei dem erfreulicherweise auch scheinbar Unbedeu-tendes nicht vergessen wurde), die alte Küche mit dem offenen Herdund dem dazugehörigen Küchengerät, die bäuerliche Stube, das Wohn-zimmer des Bürgers mit allem Hausrat, die von der beachtlichen Höhehandwerklicher und bäuerlicher Kultur des Weinviertels Zeugnis geben.In einem Turmgemach fanden die Rechtsaltertümer ihren Platz.
Diesem kulturgeschichtlichen Teil stellt sich der naturkundlicheebenbürtig zur Seite. Funde, die von der langen Entwicklung unsererErde zeugen, beginnen die Reihe, die bis in die Gegenwart führt, undvon der Tierwelt, der Bodenform, den Bodenschätzen und schließlichvom heimatlichen Wald erzählt. Eine stattliche Sammlung von Gelegenverdient besonders hervorgehoben zu werden. Wie in der ganzenSammlung tragen auch hier anschauliche Karten, Gemälde heimischerKünstler und schließlich Diapositive zum Verständnis des Ausstellungs-gutes bei, dessen Aufgabe sein soll, Vergangenheit und Gegenwartrichtig einschätzen und würdigen zu lehren, wie in der Eröffnungs-ansprache betont wurde.
Nicht zu übersehen ist der Wert der Ausstellung„ Niederöster-reichische Keramik der Gegenwart", die die heute in Niederösterreichhergestellten Tonwaren zeigt. Auch da wurde mit Hilfe von Bildtafelnund Arbeitsproben das Werden dieser Erzeugnisse vom Tonlager biszum Fertigprodukt aller Art zur Darstellung gebracht und dabei gleich-zeitig versucht, den Geschmack des Besuchers zu bilden.
Man kann also diese Museumseinrichtung im Weinviertel, das zuden vergessenen Landen unserer österreichischen Heimat zählt, freudiggutheißen und ihr den erhofften Erfolg wünschen: Daß sie ein kul-
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