Aufsatz in einer Zeitschrift 
So entstanden die Sandlbilder : ein Beitrag zur Geschichte der Hinterglasmalerei im oberösterreichischen Mühlviertel
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brachte er die handwerkliche Bildermalerei in Sandl als Haus-gewerbe zur Blüte...".

Im benachbarten Buchers wurde 16) bereits nach 1770/71 dieGlasmalerei bekannt und durch eine Reihe neuer, um diese Zeiteröffneter Glashütten, auch unterstützt. Es waren fast ausnahms-los nordböhmische Glasmalergesellen, welche die Hinterglas-malerei aus ihrer Heimat ins Bucherssche Grenzgebietbrachten 17).

Der böhmische Einfluß mag auch aus den Motiven herauszu lesen sein: die vielen Johannes von Nepomuk- Darstellungen,die des Wenzeslaus usw. deuten darauf hin. Auch die bei denThumayer schen Vorlagenzeichnungen noch vorgefundenenVorlagen für die Anfertigung von Rissen beweisen dies(, Swatj.Jann. Nepumikj"-Lithographie, Wenzelbild, Maria bey S Thomaszu Brünn). Am eindeutigsten geht der deutschböhmische- sudeten-deutsche Einfluß aus den angeführten Namen hervor.

Und so wie mit Buchers und Umgebung die Kunst der Hinter-glasmalerei aus Nordböhmen von Sudetendeutschen kam, so wie-derum verpflanzte sich diese Kunst auf unser Sandl. Das, wasso viele als typische Volkskunst der Alpen betrachten, entpupptsich letzten Endes als aus dem deutschen Siedlungsraum Nord-böhmens kommend. Wir wollen dabei bewußt die aus Nordtirol( Südtirol) stammenden Hinterglasbilder, die so sehr der Augs-burger Schule( Oberammergau, Seehausen, Uffing, Murnau)ähneln, außer Betracht lassen.

Schließlich mußte auch die Nähe des tschechischen Volks-raumes schon aus kaufmännischen Gründen ihren Einfluß aus-üben. Dies beweist die Rücksichtnahme auf auch von Tschechenbesuchte Wallfahrtsorte( z. B. Brünnl bei Heilbrunn, GratzenerBezirk). Die Vorlage Rißzeichnung Arch. Nr. 473 a weist über-haupt eine rein tschechische Beschriftung( unleserlich) auf( Abb. 28).

Auf der Hinterseite

der Rißzeichnungen sind außer den bereits angegebenen Signa-turen von Bildermalern auch verschiedene Bemerkungen undNotizen enthalten. Häufig finden sich Zahlenadditionen auch so,daß man 7 mal die Zahl 5 untereinander schrieb und solcherartauf die Summe von 21 kam. Die so niedergeschriebenen Zahlenbewegen sich meist zwischen 11 und 46 und stellen zweifelsohnePreisangaben in Kreuzern für Hinterglasbilder dar. Dies stimmtauch mit den von Buchner bekanntgegebenen Preisen für die

16) Ebd. S. 19, 20.17) Ebd. S. 15 bis 17.

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