Aufsatz in einer Zeitschrift 
So entstanden die Sandlbilder : ein Beitrag zur Geschichte der Hinterglasmalerei im oberösterreichischen Mühlviertel
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abgelegene Lage Sandls nicht und begab mich wiederum dorthin.-- Johann Thumayer war, wie berichtet, bald nach meinemBesuch im Jahre 1940 gestorben, sein Bruder folgte ihm wenigeJahre später. Mein erstes Forschen galt nun dem Verbleib derRiẞzeichnungen. Bei den scheinbar in keinem Verwandschafts-verhältnis stehenden Nachfolgern des vorlagenbesitzenden Thu-mayer- Bruder erfuhr ich, daß bis auf wenige Reste die Vorlagenan den Briefträger Thumayer abgegeben worden seien. NachResten fragend, konnte ich immerhin noch einige Dutzend sehrgut erhaltene, vermutlich nicht unter den Dachsparren verstecktgewesene Rißzeichnungen käuflich erwerben. Vom BriefträgerJohann Thumayer wurde mir gesagt, daß er nicht mehraus dem Krieg heimgekommen sei.

Es war naheliegend, daß ich der Witwe nach Johann Th.meinen Besuch abstattete. Frau Th. zeigte mir auch auf Befragendie hinterbliebene Sammlung der Rißzeichnungen, welche einenHaufen nach Moder riechenden Papiers darstellten. Noch vorseinem Tode und vor dem Einrücken ihres Mannes, erzählte FrauTh., hätte der Onkel ihrem Manne die Vorlagen geschenkt. Knappdarnach wäre aber ihr Mann zur Wehrmacht eingezogen worden,so daß eine Sichtung und vor allem Restaurierung und Rettungder arg mitgenommenen Risse unterblieb. Es war mir selbstver-ständliche Pflicht, die Vorlagen zu erwerben, um diese vor ihremsicheren Vermodern zu retten.

Zusammen mit den 1940 erworbenen und den nunmehr er-haltenen Rißzeichnungen waren es an die 600 solcher Riẞzeich-nungen, die mehr oder weniger gut erhalten waren und nunmehrvon mir entsprechend gesichert wurden, wobei mir mein SohnFrithjof mit Ausdauer und Eifer durch viele Tage und Nächtehindurch geholfen hat.

Einen Überblick über diese wohl einmalige umfassendeSammlung solcher Vorlagen- Rißzeichnungen will ich im folgendengeben.

Was erzählen die Rißzeichnungen?

Knapp 5 Prozent aller Vorlagen waren auf der Vorderseitemit Franz Thumayer signiert und fortlaufend auch nume-riert. Nach der höchsten Nummer 234, die ich vorfand, müssen eswohl viele hundert solcher Blätter gewesen sein. Dadurch werdendiese Zeichnungen auch hinsichtlich ihres Alters leicht bestimm-bar. Denn Franz Th. wurde 1821 geboren, war bis 1847Hausierer( wohl mit Glasbildern), verheiratete sich 1847 und liefsich als Bildermaler und Häusler( Sandl Nr. 38) nieder 13). Ob13) Ebd. S. 24, 25 und 109.

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