teils aber in benachbarte Länder verkauft werden 4)." Die Grund-lage dieser Serienherstellung bildeten Vorlagenzeichnungen,Risse, welche Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind.
5. Der Vertrieb der Bilder erfolgte durch Hausierer, Kraxen-träger aus Tirol oder Krain, welche ihre Kraxe mit 50 bis 80Bildern beluden und die Bilder in alle Länder der damaligenDonaumonarchie vertrugen 5). Außer diesen zugereisten, fremdenHausierern, widmeten sich aber auch Einheimische solchemBilderhandel 6). Mit der aufkommenden Verkehrswirtschaft nahmder Bilderhandel auch moderne Formen der Marktwirtschaft,durch Versand mit Post und Bahn, an die örtlichen Bilderhänd-ler an.
Erzeugung am„ laufenden Band"
Als wesentlichstes Merkmal mag wohl, trotz des hausgewerb-lichen Charakters, die serienmäßige, förmlich„ industrielle" Her-stellung der Glasbilder gelten. Lange ehe Henry Ford seineberühmte Produktion am laufenden Band in der Industrie ein-führte, arbeitete man schon im 18. und 19. Jahrhundert nach sinn-gemäß gleichen Methoden rationeller Erzeugung in der Hinter-glasmalerei. Daß aber trotzdem der kunstgewerbliche Charakterund der des individuellen Schaffens gewahrt blieb, dafür sind dieerhaltenen Hinterglasbilder ein beredtes Zeugnis: Denn trotz derstarken Gleichheit zeigen selbst die Bilder mit ein und derselbenDarstellung, der gleichen Größe und zweifelsohne aus der glei-chen Fließbandproduktion“, doch niemals 100% ige Übereinstim-mung. So haftet jedem Hinterglasbild immerhin noch ein ge-wisser Persönlichkeitswert an.
Wie nun ging der Vorgang der Bilderzeugung vor sich?
Auch darüber ist uns durch Messner eine von Buchnerzitierte Schilderung erhalten geblieben.„ Ein Teil der Arbeits-kräfte der geschilderten Bilderzeugung von Johann Verder-
4) Knaipp, Sandl, bringt dafür einen weiteren Beleg solcher in-dustrieller Fertigung. Aus vorhandenen Büchern des Sandler Glas-malers Vinzenz Köck brachte diese Werkstätte noch 1852 bis 1857jährlich durchschnittlich 8000 fl. ein.„ Für die 20 Werkstätten der Drei-länderecke läßt sich daher eine Jahreseinnahme von etwa 150.000 fl.errechnen“( S. 226), Knaipp rechnet mit insgesamt etwa 100 Personendieser hausgewerblichen Volkskunst in der Dreiländerecke.
5) Knaipp, nennt( Sandl, S. 221) solche Orte aus erhaltenen Ge-schäftsbüchern V. Köcks. Insgesamt sind 39 Orte angeführt, welche auffolgende Länder entfallen: Südböhmen und-mähren, Süd- Tirol, Süd-steiermark und Ungarn.
6) Buchner, S. 7, 24, 25,
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