Möbelmalerei darstellen. Weiters wird noch eine Gruppe von Truhenaus der Gegend von Tyniec und Kaszów( westlich von Krakau) behan-delt, deren Hauptcharakteristikum ein mannigfaltig geformter Stern ist.der als Zierelement aus den städtischen Intarsienarbeiten der Barock-und Empirezeit in die volkstümliche Möbelmalerei eingedrungen ist. Derbesondere Wert dieser Monographie ist die umfassende Auswertungaller erreichbaren Quellen in kulturhistorischer und kulturgeographi-scher Hinsicht, wie auch die pedantische Analyse aller Zier- und Bau-elemente, die sich auch auf anderen Sektoren der Volkskunstforschungals vorbildlich erwiesen hat. Eine weitere Arbeit befaßt sich mit derkurpischen Truhenmalerei( Zofia Cieśla- Reinfussowa, Skrzynie kur-piowskie z pow. Ostroleckiego, P. Szt. L., V/ 45, S. 124-130), deren einHaupttypus mit der masurischen Malerei zusammenhängt, der zweiteHaupttypus aber anscheinend mit den obenerwähnten Truhen vonCzernichow eine weite Verbreitung im polnischen Raum aufzuweisenhat. Mit den pommerschen Volksmöbeln macht ein allgemein gehaltenerAufsatz von Agnieszka Dobrowolska( Meble ludowe zachodnio- pomorskie,P. Szt. L. IV/ 1-6. S. 56-61) mit Abbildungen vornehmlich aus demStettiner Museum bekannt. ohne aber auf die Arbeit von Fritz Adler( Pommern. Band XI der Deutschen Volkskunst, München 1930) Bezugzu nehmen. Eine bedeutend strengere Stellung nimmt Reinfuss bei derUntersuchung der Renaissanceelemente in den polnischen Volksmöbelnein( Roman Reinfuss, Elementy renesansowe w polskim meblarstwieludowym. P. Szt. L., VII/ 6, S. 327-334).
Verhältnismäßig wenig Bearbeitung findet die volkstümlicheSchnitzereides Hausrats. Hier liegt eine ausgezeichnete Arbeitvon Wieslawa Kolago über Löffelreme der Goralen des NeumarkterBezirkes( Lyzniki podhalańskie, P. Szt. L., II/ 9-10, S. 11-32) vor, dievor allem auf die Typen vom einfach gelochten Brett bis zur Loch-leiste mit reich dekorierter Rückwand und Stirnleiste und denFormenschatz der volkstümlichen Kerbtechnik eingeht. Wesentlich mehrAufmerksamkeit wird der Bildschnitzerei gewidmet. Maria Znamie-rowska- Prüfferowa führt uns mehrere volkstümliche Bildschnitzer ausKujawien vor, nämlich Jan Centkowski und Feliks Blaszczyk, die vor-nehmlich auf religiösem Gebiet arbeiten und insbesondere die Mutter-gottes zum Gegenstand ihrer Darstellung machen. Diese Vorliebe fürreligiöse Themen ist aber bei allen polnischen Bildschnitzern festzu-stellen. Janusz Swiezy bringt eine Zusammenstellung von„ Heiligen-schnitzern( swiatkarze) aus Bilgoroj( Lubliner Bezirk), wie JacekMalek, Blazej Grabek, Pawel Bień, Mikolaj Gomiela, FranciszekCiosmak, Sebastian Pawlos und sein Sohn Wojciech und Stanislaw Zieby( Światkarze bilgorojscy. P. Szt. L., 1/ 1-2, S. 50-59), deren Arbeiten dieKapellen und Bildstöcke entlang der Straßen dieser Gegend zieren.Józef Grabowski geht den verkehrten Weg und untersucht die stilisti-schen Eigenheiten der Holzplastiken des Rzeszówer Bezirkes( Szkolakrośnieńska w rzeźbie Judowej, P. Szt. L., II/ 3, S. 16-29). Obwohl imallgemeinen die bäuerlichen Bildschnitzer keinen Kontakt untereinanderhaben und ganz individuell schaffen, heben sich doch gewisse Volks-kunstgruppen sogenannte Schulen ab, wie es Grabowski an der..Schule von Krosno" aufzeigt. Das beweist aber auch, wie sehr sich diegegenwärtige polnische Volkskunstforschung um Probleme bemühenmuß, die zum Beispiel im österreichischen Alpengebiet schon vor einemhalben Jahrhundert angegangen worden sind. Thematisch aber gehtdurch all die Plastikarbeiten wie ein roter Faden die ungemein symbol-haft wirkende Darstellung Christi als Schmerzensmann. Neben der be-
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