ging er und seine Brüder mit ihm. Als sie fort waren, erklärteeiner der Berater dem Könige, was der Knabe eigentlich gemachthabe und wie er, der jüngste von ihnen, mit Bedacht die Gabe ansich genommen habe. Als der König dies gehört, wird er zornigund schickt Reiter aus, die drei zu verderben. Es ist aber indieser Gegend ein Fluß und diesem spenden die Nachkommendieser Männer aus Argos als dem Erretter. Dieser Fluß schwoll,als die Temenos- Söhne schon drüben waren, so gewaltig an, daßdie Reiter nicht hindurch konnten. Jene aber kamen in eine an-dere Gegend von Makedonien und wohnten nicht weit von denGärten, die Gärten des Midas", des Sohnes des Gordios, genanntwerden, in denen die Rosen von selbst wachsen, eine jede mit60 Blättern, die an Duft alle anderen übertreffen. In diesenGärten wurde auch, wie die Makedonen erzählen, der Seilenosgefangen. Über diesen Gärten aber erhebt sich ein Berg, Bermiongeheißen, der unersteiglich wegen der Kälte ist. Nachdem siediese Gegend in Besitz genommen, unterwarfen sie von hier ausauch das übrige Makedonien.
Die Hauptzüge der Sage
Drei Brüder kommen auf der Flucht zu einem König unddienen bei ihm um Lohn. Der älteste hütet die Rosse, der nächstedie Rinder und der jüngste das Kleinvieh. Der König ist einGroßbauer und seine Frau waltet beim Herde.
Beim Brotbacken geht das Brot des Jüngsten stets doppeltso groß auf. Den Zug vom wunderbar wachsenden Brot findenwir in der Legende von der geizigen Bäuerin( Anti Aarne, Ver-zeichnis der Märchentypen, Nr. 751). In einer rumänischen Spiel-form( M. Obert, Rumänische Märchen, S. 426, Nr. 22) sind Christusund Petrus bei einer geizigen Frau eingekehrt, die Brot bäckt,den hungrigen Wanderern aber kein Stück Brot reicht. Christusnimmt ein Stück Brotteig in der Größe einer Erbse und schiebtdieses in den Backofen. Daraus wird ein übergroßer Brotlaib,aber die Frau gibt in ihrer Verblendung auch davon nichts her.Zur Strafe wird sie in eine Schildkröte verwandelt, die ewigdie Brotteig- Mulde auf dem Rücken tragen muß ¹).
1) Den Zug vom wunderbar wachsenden Teige finden wir auch imNorden. In ähnlicher Weise erzählt eine norwegische Sage( Asbjörn-sen- Moe, Norske folkeventyr nr. 2; Grimm, Deutsche Mythologie,S. 561), wie ein wenig Teig so hoch wächst, daß er die ganze Pfannefüllt. Die geizige Bäuerin mit einer roten Haube, namens Gertrud, wie-derholt das dreimal mit immer weniger Teig. Da sie das Gebäck für einAlmosen für zu groß hält, verwandelt sie der Herrgott in den Gertruds-vogel, den Schwarzspecht mit rotem Scheitel. Weitere Spielformen ausFinnland, Dänemark, Mähren und Ungarn bei O. Dähnhardt, Natur-sagen, Bd. II, S. 125-128.
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