Jahrgang 
57 (1954) / N.S. 8
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diese Schwitzbäder auch von der Medizinal- Polizey wegen zu-lässig seyen oder nicht".

Aus den daraufhin einlaufenden Berichten der Pfleger undLandrichter läßt sich nun ein ziemlich genaues Bild über diedamalige Verbreitung des Brauches gewinnen. Es geht daraushervor, daß nicht nur die Bader( Wundärzte, Chirurgen) vielfachnoch Schwitzbäder unterhielten, sondern daß auch in einem frei-lich räumlich sehr beschränkten Teil des Gebirgslandes diebäuerlichen Eigenschwitzbäder noch im Betriebe waren. Bevorwir aber versuchen, dieses Bild nachzuzeichnen und auf dieGründe des Abkommens des Schwitzbades einzugehen, wollenwir einmal sehen, wie es in diesen Bädern zuging.

Was zunächst die bäuerlichen Badestuben betrifft, so gibt einBericht des Landrichters von Rauris, Joseph Karl Geißler, vom18. Juli 1793 eine ziemlich lebendige Schilderung. Er, wie diemeisten damaligen Beamten der Sache sehr abgeneigt. schreibt:

,, Dieser uralte, wider gute Sitten, Ehrbarkeit und Gesund-heit, zur Holzverschwendung gereichende Mißbrauch ist hier imganzen Gericht eingeführt. Fast bei jedem Bauer, auch hie undda bei Kleinhäusern befindet sich ein von Holz gebautes Schwitz-bad und beinahe würden solche die Zahl von 100 ausmachen.

Theils von der Nothwendigkeit und der Feuersgefahr be-lehrte Besitzer, besonders hier im Markt. haben in meinem kur-zen Hiersein etwelche ganz abgebrochen und hiedurch den Grundihrer Gärten, worinn sie meistens stehen, vergrößert. Es wirdaber auch künftig der sorgsamste Bedacht genohmmen werden,durch versagende Reparationen und Holzbewilligungen diese imGrunde auszurotten.'

Der Gebrauch hievon wird Ostern. Pfingsten und Weynach-ten folgendergestalten gemacht: Der in solchen Schwitzbädernganz gemauerte Ofen, worauf Kieselsteiner von mittelmäßigerGröße liegen, wird stark geheizt und das Hausgesinde, männ-lichen und weiblichen Geschlechts separiert, bereitet sich vorherdurch Brandwein und Midritat zur Ausdünstung, stellt sich ganznakend auf die darin angebrachte Bank, dann wird warmesWasser auf die erhitzten Kieselsteine des Ofens gegossen, welcheseinen unleidentlichen Dunst verursachet, jeden wird sodann einePortion warme Lauge zu trünken gegeben und endlich der Kör-per des Badenden in die Zichtigung genohmen, mit warmenWasser begossen und derb herabgewaschen, daher geschiht essehr oft, daß Leute, die nicht eiserne Naturen haben, krank-bedäubt herausgebracht werden müssen.

Hier ist aber auch ein zweiter Gebrauch von solchen Bäderntheilsorten in Übung, da sich mehrere Persohnen zusam begeben

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