sollen 3). Obgleich das erste der drei Spiele ein tiefernstes geistlichesgewesen sein müßte, war das dritte doch ein ausgesprochenes Fast-nachtsspiel. Da kann das mittlere doch wohl auch der einfachen Art derVierpersonenspiele angehört haben, wie sie Flandern und das Salz-kammergut kannten. Das sind also alles nur Splitter, aus denen sichvorläufig noch kein geschlossenes Bild ergeben kann.
Um mehr zu gewinnen, wäre es wahrscheinlich auch angebracht,die anderen Viererkompositionen in der traditionsmäßig gebundenenKunst, nicht zuletzt in der Bildkunst, mit heranzuziehen. Ich erinnerehier nur an die Viererkompositionen in der Möbelmalerei, besondersan die Vierfelderkasten. Die zweitürigen Kasten haben sicherlich alleVierer- Motive an sich herangezogen, bei einer systematischen Unter-suchung dieses Bestandes würde auch das Vierjahreszeiten- Spiel ausseiner Vereinzelung heraustreten. Denn da stehen die Viererkomposi-tionen der verschiedensten Bereiche gleichberechtigt nebeneinander: Esgibt Vier- Evangelisten- Kasten, wie den Tiroler von 1833 im hiesigenMuseum( Inv. Nr. 29.965) und sein vielleicht aus Nordtirol stammendesGegenstück um 1700( ebenda Inv. Nr. 39.371). Es gibt aber auch Vier-Kirchenlehrer- Kasten, wie den des Salzburger Städtischen Museums ausdem Empire 4). Von weltlichen Vierer- Motiven sind in der Möbelmalereidie Vier- Erdteil- Kasten beliebt, wie ein Beispiel wieder im SalzburgerMuseum zeigt 5). Ein allegorisches Thema zeigen die Vier- Tugenden-Kasten( mit Gerechtigkeit, Weisheit, Stärke und Mäßigkeit), ein ober-österreichisches Beispiel von 1817 steht wieder in unserem Museum( Inv. 45.749). Da schließen sich dann endlich auch die Vier- Jahreszeiten-Kasten an, wie sie in Oberösterreich nicht selten sind. Ein schönes Bei-spiel steht in unserem Museum, aus der Gegend von Kremsmünster,datiert 1791. Der gleichen Zeit gehörte ein vielleicht UnterinntalerKasten an, nämlich 1798 datiert, ehemals in der Sammlung HeinrichThomke). Ein Gegenstück aus der Schladminger Ramsau trägt dieJahreszahl 1816. Die Beschreibung„ Figurale Darstellung mit Szenenaus dem bäuerlichen Leben, das in vier Bildern Bauern bei der Feld-arbeit zeigt", genügt übrigens nicht 7). Es handelt sich um die Bilder:PflügenFrühling, Schnitt Sommer, Brecheln Herbst, und DruschWinter. Das ergibt also abermals einen guten Jahreszeiten- Kasten.Und auch dieser jüngste unter den hier aufgezählten stammt noch ausdem Ende jener Periode, in der unser Vierjahreszeitenspiel aufgeführtworden ist, und ist ebenso wie der Kremsmünsterer Kasten nicht all-zuweit von der kleinen Volksschauspiellandschaft entfernt, in der sichdieses Motiv in seiner Sonderausprägung am längsten erhalten hat 8).
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³) F. J. Ehleuter, Das Allgäuer Volkstheater( Laienspiele) inalter und neuer Zeit. Kempten o. J.( 1932) S. 29.
4) Bericht über das städtische Museum Carolino- Augusteum. Salz-burg 1908. S. 53, Nr. 205.
5) Ebendort, S. 53, Nr. 226.
6) Katalog C. J. Wawra, Nachlaß- Auktion. Wien 1920. Nr. 329. Abb.
Taf. 17.
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7) Viktor Theiß, Steiermark(= Deutsche Volkskunst, NeueFolge). Weimar o. J., S. 26, zu Abb. 75.
8) Vgl. allgemein Otto La uffer, Allegorie der Begriffe der Zeit,des Jahres und der Jahreszeiten, der Monate und der Tageszeiten( Bei-träge zur sprachlichen Volksüberlieferung
lin 1953, S. 250 ff., Jahreszeiten S. 254 ff.).
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Spamer- Festschrift. Ber-
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