und unten von dem Stein oder die Nuss hervorraget. An einesdieser Ende stecken sie eines Apfels oder Kreuz( sic. Kreuzes?)oder ein anderes Gewicht. Wenn sie nun die Schnur ziehen, sodrähet sich die Welle oder Spindel nicht nur so lange, bis derFaden ganz abläuft, sondern noch länger, wodurch sich derselbeauf die andere Seite, so lang er ist, aufwindet, da wird wiederangezogen und so währet das Spielwerk und schnurrt, bis derJunge satt daran hat. Pfnurren drückt den Laut aus... Im Heu-monate, da die wurmigen Aepfel beginnen abzufallen, gehetdiese Unterhaltung auf der Seite der Jungen zugleich an. Dieösterreichischen Kinder nennen die Schnurrtöpfe noch Pfnurren,allein sie spielen nicht damit, außer in dem Kegelspiele auf einemTische, wo die Pfnurre durch ihr Herumtanzen die Kegel umwirft.Eine Pfnurre der österreichischen Kinder( ä Pfnurren) heisst eineSchnurre in Franken wie im Würzburgischen, im Hohenlohischen.Frisch führet auch diesen Namen aus dem Pictorius an. Dennschnurren nennen die übrigen Teutschen, was die Oesterreichermit ihrem pfnurren andeuten. S. auch Triller, Kreisel,Schnurrtopf.
V. A. II. f. 52 a: Rätsche, Die, mehr Rätschen, ist imOesterr. u. im Hohenlohisch. ein schnarrendes Spielwerk derKinder, womit sie in der Karwoche in der Rasselmette, anderemit Klappern, ein Getöse erregen, welches zum Andenken desLärmens angestellet wird, mit welchem die Juden unseren Hei-land zum Tode verurteilt und gekreuziget wissen wollten. Aufden Kirchtürmen wird in den Tagen der Karwoche, da dieGlocken nicht geläutet werden, mit einem grösseren Schnarr-werke gerasselt, um das Volk in die Kirche zu laufen, oderandere Zeichen zu geben, welches sonst mit Glocken geschieht...An einigen Orten müssen die Nachtwächter, so oft die Uhrschlägt, mit den Rateln lärmen, um zu zeigen, dass sie wachen,daher sie Ratelwächter heissen.
V. A. II, f. 59 a: Ringelspiel, Das, ist eine Lustbarkeitfür Kinder und grosse Leute; ein Drehgerüst mit hölzernenPferden. Die Reitenden stechen mit einem Dolche bei ihremVorbeiziehen ausgesteckte Ringe herunter und wetten, wermehrere bekommt. In der Leopoldstadt beim Hirschen. DasRingelrennen in Würzburg. Die Scheibe zu Sondershausen inThüringen. Hier stechen die Reitenden nach Köpfen.
V. A. III, f. 66 b: Sautreiben heisst im Troppauischen mitder Peitsche den Kreisel treiben. Der Kreisel ist die Sau.
L. O. II, f. 155 a: Schnurrtopf, der, der Sachsen undeiniger Franken. So spricht man im Hohenlohischen. Ist einhohler, inwendig ausgepichter Kreisel, der an der Seite eine vier-
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