Sodann durchsuchte ein jedes seinen Haufen und nahm zu sich.was ihm das Glück beschert hat. Das Mischen und das Versteckengeht nach der Reihe herum. Giocare alle semole zu Trento. Lasemola bedeutet Kleyen. Es kann auch sein, dass dieses Spiel vomKlauben, d. i. durchsuchen, den Namen hat. Sodann müsste eskläubeln geschrieben werden. Der Kleibeltag. So hiess ehemalsder Tag der Verkündigung Mariä. Wachter schlägt drei Aus-legungen dieses Namens vor. In Tirol spielen die Kinder auchmit der Erde so. In Schwaben, Franken, Schlesien ist dieses Spielunbekannt.
V. A. I, f. 267 a: Mäsen( zumäsen) wird in Kärnten voneinem Wachenden gesagt, wenn er die Augen zumacht. Das Ver-steckenspielen der Kinder heisst dort das Mäsenversteckenund zu dem, der die andern suchen muss, sagen die Spielenden.
mäs zu.
Gl. f. 99 a: Munkezen, Das, ein Spiel zu Wien. Einemwerden die Augen verbunden. Wenn das Spiel sich anfängt, somuss der erste durch losen oder durch das Auszählen ernennetwerden. Man hat hiezu Sprüche wie das Populleam virgam etc.Eins, zwei, drei, picke, packe neu; picke packe, Haberstroh usw.Auch so: Eins, zwei, drei, alt ist nicht neu, neu ist nicht alt etc.Den das letzte Wort trifft, der muss in den Kreis, denn die übrigeGesellschaft macht einen Kreis um ihn herum. Wenn der Ver-bundene durch das Stampfen mit dem Fusse das Zeichen gibt, soreget sich der lebendige Kreis um ihn herum, wie ein Mühlradum seine Wälle. Wenn er wieder das Zeichen gibt, so bleiben siestehen. Er nähert sich dem Kreise und berührt, wo er ankommt,einen mit seinem Stäbchen. Der Berührte muss sich mit einemMm melden, welches munkezen heisst. Wenn er ihn an derStimme erkennt und seinen Namen trifft, so muss er in den Kreisund sich die Augen verbinden lassen. Errät er ihn nicht, so musser seine Verrichtung wieder von vorne anfangen. Die Spielendenmüssen durch die Bewegung ihre Stellen ändern, und könnte derForscher sie durch ihren Stand erkennen, den er sehend beob-achtet hat. Er darf hingegen auch keinen mit der blossen Handberühren, denn die Kleidung würde manchen verraten. DazuV. A. I, f. 277 a: Munkezen nennen die Wiener das, wenn jemanddas m ohne einen Selbstlaut ausspricht. So bieten viele, die nichtgern reden, bei Tische eine Speise an, sie sagen m und deutenauf die Schüssel. Von diesem halb ausgesprochenen m hat dasSpiel munkezen seine Benennung bekommen, womit sich jungeLeute in Gesellschaften unterhalten").
17) Vgl. Böhme, S. 629( Nr. 512, 513). Vernaleken, S. 98 f.( Mungatzen) Carinthia 1891, S. 160 f.
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