Jahrgang 
57 (1954) / N.S. 8
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berger der Spate in Kuh; allein dieser Name scheint vielmehrdas Versteckenspiel anzudeuten 15).

Gl. f. 98 b: Eselreiten oder Esel, wer reit dich? EinKnabenspiel in Oesterreich. Einer sitzt, der heisst der Richter;ein andrer leget das Gesicht in seinen Schoss. Der Richter hält ihmmit beiden Händen die Augen zu, wie beim Stockschlagen. Einervon den Umstehenden setzt sich auf seinen Rücken, wie man sichauf ein Pferd setzt. Sodann spricht der Sitzende: Esel, wer reittdich? Der Esel muss raten, wer auf ihm sitzt. Trifft er denselben,so muss dieser halten. Trifft er ihn nicht, so muss er ferner undso lange der Esel sein, bis er einen errät, der ihn ablösen muss.S. auch reiten 16).

V. A. II, f. 132 a b: Das Gäckstechen ist ein Spiel. Einerhält einem andern mit den zwei Zeigefingern die Augenlider zu.Jemand von der Gesellschaft gibt dem, der nicht sieht, eine Maul-schelle. Er muss raten, wer es getan hat. Wenn ein Neuling sichmuss die Augen zuhalten lassen, so kann man ihn zu einemGäcken machen, daher der Name des Spieles rührt. Man macht esnämlich so: der ihm die Augen zuhalten soll fährt mit beidenZeigefingern nach seinen Augen, welche er behend selbst schließt.Der Blender leget zwei Finger einer Hand auf die Augen, mitder anderen schlägt er ihm auf die Backen. Er rät auf alleanderen, als auf den, der es getan hat. Das gibt der Gesellschaftviel zu lachen. Daher heisst Gäck auch ein Mensch, der sich füreinen Narren halten lässt.

V. A. II, 212 a, 213 b: Kläubeln, kleib ln ist zu Gräz un-schuldiges Spiel derjenigen, die in Christnacht bis zur Mettenwachen. Das Legegeld, so in neuen Kreuzern, Zweyern, Pfennigenbestand, als diese silberne Münze noch gangbar war, wurde aufdem Tische, um welchen die Spielenden sassen, in einen Kleyen-haufen geworfen und darunter vermenget. Aus diesem Haufenwurden so viel Häufchen abgetheilt, dass auf einen jeden Spielereines kam. Sodann musste einer sich unter dem Tisch versteckenoder mit abgewendetem Gesicht auf die Seite treten u. jedemSpieler ein Häufchen zusprechen, denn, der sie gemacht hatte,fragte, wem gehört dieses? Und der Aussprechende sagte demdem. Das letzte blieb dem Mayer, der die Kleyen gemengt hat.

15) Schon in Otfrieds Evangelienbuch wird des BlindekuhspielsErwähnung getan, einer Unterhaltung, der sich auch Gustav Adolf gernan Rasttagen mit seinen Soldaten hingab. Zingerle, S. 44 mit zahl-reichen Quellen; Böhme, a. a. O. S. 627( Nr. 516); Vernaleken,S. 64; Rochholz, a. a. O. S. 431 f.

16) Vgl. Böhme, S. 636( Nr. 511, 531); Vernaleken, S. 83; Richterund Kläger, Variante: Carinthia 1891, S. 123.

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