halb Wien um Meissau. Die Knaben schnitzen sich ein vier-kantiges, einen Daumen dickes und etwa 4 oder fünfte halb Zoll-langes Hölzlein, welches der Raden heisst und an beiden Endenso zugespitzt ist, dass die Spize niemals an der Erde aufliegt, esmag fallen, nach welcher Lage es auch sei. Dieses Hölzlein be-mühen sich die Spieler in einen gemachten Kreis zu schlagen. DasSchlagwerkzeug ist eine Schindel oder ein Brettlein, so die Ge-stalt eines Rackets hat, u. welches die Wälschen bei eben diesemSpiele una paletta nennen. Am Künstlichsten aber wird derRaden nur mit einem Stecken geschlagen. Zu Wien und um Wienheisst dieser Zeitvertreib das Flochspiel, u. der Raden heisstder Floch, d. i. Floh zu lesen, weil dieses Hölzlein springt.Das Zobelspiel in Tirol, und das Hölzlein heisst der Zobel. UmWien sagt man auch das Fröschelspiel. Der Raden heisstdas Fröschel, weil er springt').
Gl. f. 100 a: Schmerstechen beisst ein Knabenspiel imLande ob der Äns, welches in Stickel, Öst. beschrieben wird;paxillos defigere spicken in Troppau u. Jägerndorf vonpicken stechen. S. Spicker, Dial. spikeln sagen dieWienerischen Knaben. Der Spickel ist der gespitzte Pflock,der Werkzeug, den ein jeder spielende Knab in der Hand führt- spickern sagen die Schlesischen Knaben in Troppau u. Jägernd.stickeln im Hohenloh. u. der gespitzte Pflock heisst derStickel Stickelschlagen sagen die niedersächsischenKnaben. Stickstock spielen um Heiligenstadt im Eichs-felde futsticheln in Schwaben stöckeln spricht manim Hennebergischen. Dazu V. A. II, f. 137 a b: Spickel( der),ein zugespitzter Prügel, paxillus ventus, ein gutes altes Wort,das die Kinder in Österreich durch ihr Spiel, so spickeluheisst, erhalten haben. Ein jeder Knab hat seinen Spickel. Dererste pflöcket ihn durch einen Wurf in die Erde. Die anderentrachten ihn durch gleiches Pflöcken herauszuschlagen, jedoch so,dass eines jeden seiner dafür stecken bleibe. Dieses Spiel heisstim Troppauischen u. Jägerndorfischen spicken u. spickern;Stickeln im Hohenlohischen, und der Pflock heisst derStickel. Stickel schlagen u. Stickstock spielen sagendie Knaben in Niedersachsen, zum wenigsten um Heiligenstadt
7) W. Schwab, Das Heimatbuch von Schönkirchen. Schönkirchen1925, S. 288: Das Flohspiel. Ein kleines beiderseits zugespitztes StückHolz wird durch einen Schlag( mit der Peitsche) in die Höhe geschlagenund hierauf mit einem kräftigen Schlag möglichst weit geschleudert.Die Flugstrecke wird dann mit der Peitsche gemessen. Wer die größteFlugweite schlug, war Sieger. Carinthia 1893, S. 23( Pantol- schlagen imLurnfeld ähnlich): Böhme, S. 619 f.( Nr. 492): Niggelschlagen, Titscherl.
11