Jahrgang 
57 (1954) / N.S. 8
Einzelbild herunterladen
 
  

den auszuforschen, der anfangen soll, werfen sie die 5 Steine indie Luft und fangen sie mit der verkehrten Hand auf. Der diemeisten auffängt, der ist der erste. Sodann werden die 5 Steineauf den Boden hingeworfen und die erste Schul gemacht, indemein Stein in die Luft geworfen wird, muss der Spieler einen auf-klauben und zugleich den fallenden auffangen und so bis alleviere aufgehoben sind. Hernach müssen 2 zugleich aufgehobenwerden; das ist die zweite Schul. Sodann drei; das ist die dritteSchul; etliche nennen dieses das Rossbeschlagen, dennnachdem der Knab drei Steine zugleich aufgehoben hat so bleibteiner liegen, der muß auch weggenommen werden, allein umdieses dem Spielenden sauer zu machen, muß er in der Zeit, alsder Luftstein fliegt, mit der rechten Hand zweimal auf den Bodenschlagen und den noch liegenden Stein aufheben, wie auch zu-gleich den fliegenden auffangen. Bei der vierten Schule müssen,unter dem Wurf des fünften, alle vier Steine zugleich mit derHand zusammengerafft werden. Das heisst Schulern zu Gräz.In dem Striche von Österreich gegen Mähren das Steindelfangen.Dort spielen es auch die Mädchen. S. Schulern. Steyr. Dazu:V. A. II, f. 116 a: Das Schulern ist ein Spiel der GräzerischenSchüler. Wird mit 5 Steinlein gespielt. Erstlich wird ein Stein indie Luft geworfen und indessen einer der 4 liegenden aufgehobenund mit derselben Hand der zurückfallende gefangen und so mitden übrigen darinn. Das heißt die erste Schul. Hernach werden2 aufgehoben, sodann 5, endlich alle vier; das ist die zweite,dritte, vierte Schul. In Wien heißt das fünf Ross- Spiel. In Mährenund Böhmen spielen es die Mädchen. Das ist vom Ständelmärt-schen der Steirischen Schüler unterschieden. S. Fünfrossspiel,österr. Lus. pueril. Ist vom Schulern der Kinder in der StadtSteyr unterschieden. S. Siebenschulern. Lus. pueril. Dazu V. A.I. f. 127 a: Fünfrossspiel, ein Kinderspiel mit 5 Steinen. S. Lususpueriles u. Schulern. Steir. Ist vom Schulern der Kinder in derStadt Steyr unterschieden. S. Siebenschulern Lus. pueril. 2)

2) Vgl. besonders E. Lemke, Das Fangsteinchenspiel.( Zeitschriftd. Ver. f. Volkskunde, Jg. XVI, Berlin 1906, S. 46 ff., XVII, 1907, S. 85 ff.Ergänzungen Jg. XXI, 1911, S. 274 ff.): Sehr gut belegt ist das Stollen-spiel, das die Kinder bei uns mit fünf Steinchen oder fünf Stollen.spielen. Es werden mit den Steinchen die verschiedenst gearteten Würfeausgeführt. Typische Stellungen dieses Spieles finden sich schon aufgriechischen Topfscherben. In allen Ländern Europas, ja selbst von denNegern Glossar ::: zum Glossareintrag Negern Afrikas gekannt. Vgl. Böhme, S. 603( Nr. 468); W. v. Schu-lenburg. Wendisches Volkstum, Berlin 1882, S. 192 f.; Carinthia 1893,S: 25: Standln( Gailtal): Lexer, Sp. 240: Datschelspiel; L. Albrechtund K. Paganini, Kinderspiele aus Niederösterreich. Wien 1929,S. 36 f.( Stoandlschupfen). E. Rochholz, Alemannisches Kinderlied undKinderspiel aus der Schweiz. Leipzig 1857, S. 447 f.( Krölein, Kröcheln).

6