Jahrgang 
57 (1954) / N.S. 8
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muro und machen es wie die österreichischen. Anschlagen imHohenlohischen. Da wird aber keine Münze oder Rechenpfennigsondern ein messingener Knopf wider die Wand geworfen unddamit verfahren wie mit der Münze. Die Jungen brauchen imHohenlohischen der Knöpfe zu mehr Spielen als zum gräbeln usf.,wo die österreichischen Nüsse, Marillensteine etc. nehmen. An-werfeln heißt ein gleiches Spiel in Schwaben, allein da nehmendie Kuaben Steine anstatt der Rechenpfennige.

Gl. f. 98 a: Becken( mit den gefärbten Ostereiern becken)ist ein Spiel der österr. Knaben. Welcher das Ei des anderen, sowol die Spitze als den dickern Teil( den Arsch) mit s( einem) Eieinschlägt, der hat desselben Ei gewonnen. Das Wort wird nachder alemannischen Mundart hart( pecken) ausgesprochen- pickenspricht man im Elsass, in Schwaben( wie zu Augsburg, im Wür-tembergischen, wie im Zabergäu), im Hohenlohischen. In allenjetzt erwähnten Gegenden sprachen die Knaben mit den rotenEiern picken, wir wollen picken, willst mit mirpicken? Spiz oder Arsch- Kippen sagt man zu Würz-burg, an einigen Orten in Schwaben, wie im Greichgan umRavensburg. Aber auch kippen mit den Eiern, ova colli-dere tutschen sagt man zu Gräz. Ich weiß nicht, ob daszufälligerweise mit dem französischen toucher übereinkommt.Tutschen ist ein anderes Spiel mit den roten Eiern. DieKnaben lassen sie über einen Abhang herablaufen; das mits( einem) Ei ein anderes berührt, dasselbe hat er gewonnen. Wirwollen tuschen in Mähren zu Znaim; das ist ohne Zweifeldas franz. toucher härten unweit Koburg, gleichsam forschen,wessen Ei härter ist. Dazu Gl. f. 98 ab: Eierwalzen inDörfern um Wien, ein Spiel mit roten Eiern, die sie über einenHang herablaufen lassen, der eines trifft, dem gehört es. Triffter keines, so muss er seines liegen lassen. Wenn die Kinder inder Osterzeit miteinander reden, so setzen sie das Wort Eiergar nicht dazu, sondern sagen, wir wollen wälzeln. Eiertultschender steiermärkischen Kinder. Wir wollen bollern in Fran-ken gegen Sachsen hin. Dazu Gl. f. 101 a: Wälzeln, das, dasAiwälzeln, was die Steiermärker dultschen heissen, ex Vind. dol.deorsum, missus per declive. Dazu: L. O. II, f. 12 b: KippenKnabenspiel. An einigen Orten in Schwaben( wie im Greichgau),am Rheine und in Thüringen sagt man, mit den roten Eiernkippen, welches andere picken, die Österreicher pecken heissen.

Gl. f. 98 b: Fünfrossspiel zu Wien und um Wien. DasFünfsteinspiel um Meissau. Das Fünfrosssp( iel) wird zu Wien vonden Gassenjungen mit 5 Steinen gespielt. Ist nur eine Verände-rung des Städelmärtschens der Steiermärkischen Schüler. Um

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