das kleinere Kind will sich nicht bescheiden lassen den kleinenApfel zu nehmen, sondern schreit um den grösseren. Der Handelwird durch folgendes Los entschieden. Ein drittes legt sich in dasMittel, befiehlt die zwei Kinder sollen sich verstehen. Diese Per-son legt die zwei Apfel auf den Tisch und ein Messer dazwischen,sodann fragt sie: Ludwig, willst du Rücken oder Schneide? welcheSeite des Messers er nennt, derselbe Apfel gehört diesem Kindeund der andere dem anderen. S. wäpeln öst. Dazu: V. A. II,f 206 a b: wäpeln öst. ein Knabenspiel, so mit dem Anmäuerinverwandt ist. In beiden Spielen wird eine Münze oder ein Rechen-pfennig an die Mauer geworfen, daß er zurückprellet. Der Unter-schied besteht darin, daß bei dem Anmäuerlu die Spielenden sichbestreben, die von der Mauer zurückfallende Münze der anderenam nächsten zu bringen, die voraus geworfen worden. Bei demWäpeln hergegen wetten sie, ob von dem an die Mauer gewor-fenem Gelde„ die Kopfseite oder die Wappenseite auffallenwird." Wenn das Stück so fällt, wie der Werfende gewettet hat,so haben die anderen, welche wider ihn gewettet haben, ihrenSatz verloren, fällt das Stück nicht so, wie der Werfende gewettethat, so muß er einem jeden so viel zahlen, als das geworfeneGeld weist. Ostraciada; recti adversique numi sorte ludere. Dierömischen Kinder spielen auch so und wetten, testa o scudo.Wenn die Seite fällt auf welche der andere gewettet hat, so ge-höret das Stück sein. In der Lausiz und weiter in Sachsen spielendie Jungen auch so; sie sprechen Bild oder Wappen. An einigenOrten wie in der Churpfalz, werfen die Kinder ein Messer undsprechen Münz oder Unmünz? Münz... tête ou fleurs ¹a).
V. A. I. f. 14 a b: Anmäuerlen( das letzte e ist stumm), einZeitwort, so ein österreich. Spiel der Gassenjungen bedeutet.Eines wirft eine Münze oder einen Rechenpfennig wider dieWand, der dann auf eine gewisse Weise wegprellt. Der anderemacht es mit seinem Stück ebenso, fällt des zweiten Münze sonahe zu des ersten seiner, daß sie sich mit der Spanne erreichenläßt, so hat der erste die seinige verloren. Die österr. Gassen-jungen heissen dieses Spiel auch schienkerlen. Sie sprechen aberweder in Anmäuerlen noch in Schinkkelen das e vor dem n aus.La Pate der französischen Kinder. S. Rondraus Erklärung dazuS. 656 f. das achte. Die wälschen Jungen heißen dieses Spiel Batti-
la) Vgl. dazu F. K. Böhme, Deutsches Kinderlied und Kinderspiel.1897, S. 635( Nr. 530). Bei den Römern auch caput aut navi genannt.I. V. Zingerle, Das deutsche Kinderspiel im Mittelalter. Innsbruck1873, S. 28. Müller, Nördlinger Merkwürdigkeiten, 1824, S. 48. unterden Spielen, die in dem Nördlinger Spielgesetz vom Jahre 1726 derJugend erlaubt wurden, befindet sich auch: Ruck oder Schneid.
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