Grenze des Altersunterschiedes der Spielenden zu ziehen. Sichersteht die Unterhaltung der bäuerlichen Jugend im Spiele imVordergrund, doch kommt die städtische auch hinlänglich zumAusdrucke. Zimmer- und Gesellschaftsspiele, wie sie die bürger-liche und kultivierte Welt, besonders bei schlechter Jahreszeitpflegt, scheinen fast nicht auf und sind Popowitsch nicht aufge-fallen. Möglich, daß er in diese Kreise weniger gekommen ist oderdaß sie damals weit weniger in eine auffallende Erscheinung,mit Ausnahme der Glücksspiele, getreten sind, sonst hätte er sieherangezogen. Diese Spiele, mehr in der Oberschichte und erstspäterhin gepflegt, hat die bäuerliche Jugend, der Popowitschgewiß näher gestanden ist, wohl kaum gekannt oder doch meistverschmäht. Sie dürften auch in der Oberschicht damals nicht soausgebreitet gewesen sein, und die Jugend des 18. Jahrhundertshat ihre Spielfreudigkeit charakteristisch eben hauptsächlich nochin der gesunden und natürlichen Bewegung und Gewandtheitdes Körpers, seiner Ertüchtigung in der Kampferprobung gesuchtund gefunden.
Wir zitieren im Folgenden den Standort der Überlieferungvon Popowitsch mit V. A.( für Vocabula Austriaca et Stiriaca),mit Gl.( für Glossarium germanicum) und L. O.( für Lexiconorthographicum), sodann den Band mit I. und II. und das Blattmit fa und fb.
1. Wurf-, Schlag- und Zielspiele
Gl. f. 98 a: A münzspiel, Das, in der Niederpfalz, ist einKinderspiel mit dem Messer werfen. Das Gepräge oder das ein-geschlagene Zeichen des Messerschmiedes, der die Klinge gemachthat, nennen sie die Münz; die andere leere Seite Amünz, welchesaus der alten Aumünz, d. i. ohne Münz zusammengezogen ist. Sienehmen nun ein Knappmesser, d. i. ein zusammengelegtes, so eineFeder hat( in der Noth auch ein Brodmesser), werfen es in dieHöh und wetten vorher für ein Pfand, Münz oder Amünz! Wennnun Münz oder Amünz fällt, so gewinnen diejenigen, welchedarauf gewettet haben. Mal oder Unmal sprechen die Kinder imEichfeldischen; was die Pfälzischen Münze heißen, das nenen dieseMal, signum, Rücken oder Schneide in Franken oderSchwaben ist etwas ähnliches( s. d.). S. auch wäpeln öst. Dazu:Gl. f. 100 a: Rücken oder Schneide, in Schwaben, Franken etc.Ruck oder Schneid, ist eine Losung, mittelst welcher zweistreitende Kinder auseinandergesetzt werden. Z. B. die Muttergibt zwei Kindern zwei Äpfel zu ihrem Vieruhressen, welches dieÖsterreicher die Jause nennen. Wenn aber ein Apfel grösserist als der andere, so entsteht der Zank um den grösseren und
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