Jahrgang 
56 (1953) / N.S. 7
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Chronik der Volkskunde

Drei Herbsttagungen 1952

Der Herbst des Jahres 1952 war reich mit Tagungen gesegnet, dieteils ganz, teils anteilsweise der Volkskunde gewidmet waren. Davonberührte die Hausforschertagung in Cloppenburg unseren Verein nurwenig. Es nahmen aber mehrere österreichische Bauernhausforscher ander Tagung teil. Wesentlich bedeutender waren für uns die Tagungenin Passau und Wien.

1. Allgemeiner volkskundlicher Kongreß( 8. Deutscher Volkskundetag)

Der Verband deutscher Vereine für Volkskunde veranstaltete inPassau vom 26. bis 31. August 1952 seine Tagung. die geradezu imHinblick auf österreichische Gäste nach Passau verlegt worden war.und die Beteiligung von österreichischer Seite war dementsprechendgroß. Da unser Verein dem Deutschen Verband nicht mehr angehört,brauchten wir an den Geschäftssitzungen nicht teilzunehmen. Die all-gemeinen Veranstaltungen, wie die Autobusfahrt durch den BayerischenWald und die Wildwasserfahrt" auf dem Inn wurden auch von unsgern mitgemacht. Am wesentlichsten war jedoch die starke Beteiligungösterreichischer Fachvertreter an den Vorträgen in den einzelnen Sek-tionen. So hatten in der von J. M. Ritz geleiteten Sektion Volkskunst"Oskar Moser( Zur Frühgeschichte der Möbelmalerei in Kärnten) undJosef Ringler( Zur Frühgeschichte der Möbelmalerei in Tirol) von dreiReferaten gleich zwei inne. In der von Rudolf Kriss geleiteten SektionReligiöse Volkskunde" sprach der Referent über Probleme undMethoden der kulturhistorischen Volksglaubensforschung". Die Sektion..Volkstanz wurde von Richard Wolfram geleitet, und von Öster-reichern sprachen dort Otto Höfler( Frühform und Hochform des Dra-chentöterspiels) und Raimund Zoder( Das Verhältnis von Musik undBewegung im Volkstanz). Die Abendveranstaltung am 50. August wurdevon Franz Lipp und Richard Wolfram geleitet( Volkstracht und Volks-tanz), wie denn auch die angeschlossene Sondertagung Kongreß fürTrachtenerneuerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufdie Initiative von Franz Lipp zurückging. Dort sprach der Ehrenvor-sitzende Viktor Geramb über Trachtenforschung und Trachtenpflege"und Franz Lipp über Trachtenerneuerung als Aufgabe der volkskund-lichen Wissenschaft". In der zweiten Sondertagung Methodische Fra-gen zur Volkskunde der Vertriebenen sprach Egon Lendl über Volks-kunde und Kulturgeographie". Bezieht man noch die Ausstellungen aufder Feste Oberhaus ein( Rudolf Kriss: Niederbayerische Wallfahrtenin volkskundlicher Sicht, und Herta Karasek- Strzygowski und ErnaMoser- Piffl: Trachtenbilder aus den ehemaligen volksdeutschen Ge-bieten der Donaumonarchie), so wird man die Tagung auch als wichtigeösterreichische Leistung anerkennen müssen. Den reichsdeutschen Kol-

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