Wartung verderben und dahinsterben, weil sie nicht das nötigeGeld haben. Die Berichte der übrigen Pfarrer stimmen damitvöllig überein.„ Ihre beste Arznei, wenn sie krank sind, ist einPechöl, weil sie aus Armut nicht imstande sind, eine andere zukaufen“, berichtet der Pfarrer von Hollenegg, weshalb derzeitauch das nötige Aderlassen unterlassen werde.
Es ist nicht zu verwundern, daß alle Untertanen verschuldetwaren, nicht nur dem Grundherrn, sondern auch den Pfarrherrn,denen sie die Stolgebühren schuldig blieben. Ausführlich be-richtet darüber der Pfarrer von Schwanberg, dem in sieben Jahrennur acht Versehgänge bezahlt wurden und diese nicht nach derStolordnung. Wegen Verlust der Seelen getraute er sich nicht,die Gebühren rigoros zu betreiben, viele ließen beim Ansagender Versehgänge schon sagen, daß sie keinen Pfennig zahlenkönnen. Die Ausstände waren bereits auf etliche 100 fl ange-wachsen. Ferner führt er an, daß er und sein Pfarrschulmeistereinen jährlichen Schaden von 16 Viertel Getreide haben, dennlaut Urbar mußte ein jeder Bauer eine Schüssel voll Getreide,aus der er mit seinen Leuten zu essen pflegte, geben. Früherkamen dadurch 30 Viertel ein, weil sie aber jetzt weniger Dienst-boten halten und diese weniger speisen, also eine kleinere Schüs-sel brauchen, sei der Ertrag auf 14 Viertel gesunken. Ähnlichberichtet der Pfarrer von Altenmarkt.
Als Ursachen der Notlage werden verschiedene Gründe an-gegeben, der Pfarrer von Hollenegg berichtet darüber: Bei vielenheißt es: ,, Ich weiß vor Armut und Elend nicht mehr ein und aus,alles, was ich zu meiner, meines Weibes Glossar ::: zum Glossareintrag Weibes, meiner Kinder undDienstleute Lebens- und Hausunterhaltung zu verschaffen habe.befindet sich in höchstem Preis, was hingegen ich zum Ver-schleißen habe, gilt das meiste wenig." Als Grund werden weiterdie großen jährlichen Abgaben angeführt, zu welchen sie stetsangehalten würden. Fast alle Pfarrer geben die geringen Ein-nahmen und die allzu großen Giebigkeiten als Ursache desElends an.
Der Pfarrer von Gleinstätten sieht die Ursache darin ge-legen, daß seine Pfarrkinder Weizen, Korn und Wein jederzeitzu ihrem größten Schaden verkaufen müßten, damit sie ihrenStiften, besonders die zurzeit vierteljährlichen und anderenGiebigkeiten entrichten können, und der Verschleiß des Weinesderzeit wegen der großen Aufschläge und des Bodengeldes ge-sperrt sei.
Für die Pfarrkinder von Osterwitz war der Viehverkaufdas einzige Einkommen; da aber Kärnten gesperrt sei, könnten
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