Jahrgang 
56 (1953) / N.S. 7
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Als eine der Hauptursachen der schlechten Verpflegung wirdimmer wieder der Mangel an Salz angegeben, vom Schmalz ganzabgesehen.

In vielen Häusern gab es kein Salz, die Speisen waren garnicht oder nur halb gesalzen wegen der Verteuerung des Salzėsdurch den großen Salzaufschlag. Anstatt des lieben Salzes, dasauch bei vielen meiner Schäflein zugleich schon das Schmalz ab-geben muß, wird nur ein wenig Essig zu den Speisen gemischt,die so ohne Salz und Schmalz genossen werden", meint der Pfar-rer von Gleinstätten.

Nicht besser als die Verpflegung waren die Wohnverhältnisse.Die Häuser waren wohl fast durchwegs aus Holz gebaut, dennnach einer Darlegung Sauraus gab es in der ganzen Gegend kei-nen Maurer, geschweige einen Polier oder Meister, ebenso keineZimmerleute, sondern nur solche, die Bauernhäuser und Stadelzu verfertigen imstande waren. Wenn die Herrschaft Maureroder Zimmerleute brauchte, mußte sie diese aus Graz kommenlassen. In den wenigsten Häusern war ein Wachslicht, Tischtuchoder Kruzifix, die Dächer waren manchmal so schlecht, daß sievor Schnee und Regen nicht schützten, viele Bauern hatten keinBett oder nur ein schlechtes, die meisten schliefen auf bloßemStroh oder Heu, manche auf bloßem Grassach(= Reisig) undhatten keinen Ofen in ihren Stuben.

Übereinstimmend berichten alle Pfarrer, daß ihre Pfarrkin-der zum Anziehen nur zerrissene Kleider hätten. Sie könntendaher an Sonn- und Feiertagen nicht zur Messe gehen. Diesezerrissenen Kleider und Joppen, welche sie tagsüber bei Regen-und Schneewetter am Leibe trugen, dienten ihnen nachts und beiKrankheit als Bedeckung.

Ganz schlecht war es mit den weststeirischen Bauern inKrankheitsfällen bestellt, denn wie sie nicht die nötige Bedeckunghatten und ihre Kleider statt der Decke nehmen mußten, war auchihre Kost eine Mehlsuppe und das oft notwendige Aderlassenund die Arznei unterließen sie wegen der Bezahlung( Bericht desPfarrers von Schwanberg). Arznei konnten sie aus Geldmangelnicht beschaffen. Was die kranken Leute betrifft, berichtetder Pfarrer von Altenmarkt, liegen solche fast die meisten aufdem Boden in purem Stroh ohne Leilach mit einem alten Lumpenoder eigenem Rock zugedeckt; als ich sie fragte, warum sieden Kranken nicht eine bessere Liegestatt geben und auf sobloßem harten Stroh liegen lassen, war die Antwort, sie ver-möchten es nicht zu schaffen. Auch müssen die Kranken wegenMangel einer guten Suppe, Arznei und anderen erforderlichen

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