Jahrgang 
56 (1953) / N.S. 7
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von Leibesmühseligkeiten überfallen und zu einer behenden undeilfertigen Arbeit oder Verrichtung entkräftet sind. Auch ihm istes zweimal passiert, daß seine Versehboten aus Schwäche hin-gefallen sind.

Der Pfarrer von St. Florian berichtet, daß er in den 25 Jah-ren, in welchen er der Pfarre vorstehe, wie auch durch seinenKaplan wisse, daß die ihm anvertrauten Schäflein meistenteilsnur von türkischem Weizen, Hafer, Haiden und Brein leben müs-sen, aus welchen sie Brot und andere Speisen zubereiten, die sienicht genug schmalzen und salzen können, weil das Salz viel zuteuer sei. Durch solche Speisen kommen sie nicht zu Kräften,sondern erreichen nur eine Schwächung ihres Leibes. Das übrigeGetreide müssen sie verkaufen, um ihre Giebigkeiten entrichtenzu können. Dadurch verbleibt manchem nicht so viel Getreide,daß sie ihre Kost das ganze Jahr hindurch bestreiten können,sondern auf Borg Getreide und Salz kaufen oder zuleihnehmenmüssen. Andere erbauen nicht so viel Getreide, daß sie von einerFechsung bis zur anderen ihren Lebensunterhalt fristen können.weshalb viele Häuser, darunter auch richtige Bauern, gefundenwerden, bei welchen es wochenlang kein Stück Brot gibt." Es seidaher nicht zu verwundern, daß bei vielen nicht so viel Geld-mittel vorhanden sind, daß sie sich bei Krankheit ein Pfund Fleischfür die Suppe kaufen können, sondern auch mit obiger groberSpeise vorliebnehmen müssen, wo man doch wünschen müsse.daß auch diese grobe Speise zur Sättigung aller hinlänglich sei.Und dies geschieht bei den jetzigen noch ziemlich gesegnetenJahren, sollten aber einige Miẞjahre einfallen, kann das großeElend leichter vorgestellt als beschrieben werden."

Dies alles scheint uns heute beinahe unverständlich. Wenn wiraber bedenken, daß damals nirgends mehr als das Dreifache derAnsaat geerntet wurde( gegenüber bis zu zwanzigfachem heute).daß davon der zehnte Teil als Zehent gegeben und ein weitererTeil als Zins- oder Vogtgetreide abgeliefert werden mußte unddaß das Volksnahrungsmittel Kartoffel damals noch unbekanntwar, ferner der Viehstand im allgemeinen ein geringer war, wer-den uns diese Zustände leichter begreiflich. Dazu kam, daß vieleGetreide verkaufen mußten, um den Geldzins und die Steuernzu bezahlen, sodaß für den Jahresverbrauch einer Wirtschaftoft kaum mehr als die Aussaat zur Verfügung stand. Im Gebirgekonnte man ohne Getreidekauf überhaupt nicht auskommen.hier wurde das Getreide( man baute fast nur Hafer und Gersteloft nicht reif und wurde vom Reif verbrannt oder vom Schneebedeckt, wie der Pfarrer von Osterwitz berichtet.

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